Kinder spenden für Kinder

Haben für die Tafel gesammelt: die Schüler der 5b des Schweriner Pädagogiums.
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Haben für die Tafel gesammelt: die Schüler der 5b des Schweriner Pädagogiums.

Schüler des Schweriner Pädagogiums haben von ihrem Taschengeld Weihnachtstüten für die Tafel bestückt

svz.de von
20. Dezember 2013, 18:59 Uhr

Auf der Weihnachtsfeier der Klasse 5 b des Schweriner Pädagogiums gab es in diesem Jahr keine Geschenke für die Schüler. Lange Gesichter sah man deshalb trotzdem nicht. Im Gegenteil: Die Jungen und Mädchen hatten freiwillig auf Präsente verzichtet, um anderen Kindern, denen es nicht so gut geht, eine Freude bereiten zu können. Jetzt stehen sie in der Kindertafel im Schweriner Stadtteil Großer Dreesch und sind gespannt, wie ihre Hilfsaktion ankommt. 41 Weihnachtstüten mit Schulsachen und Lebensmitteln wie Backzutaten für die Adventszeit haben sie im Gepäck, bezahlt von ihrem Taschengeld und Spenden. 100 Euro sowie Sachspenden sind auf diese Weise für unsere Weihnachtsspendenaktion „Unsere Hilfe für die Tafeln“ zusammengekommen. Spätestens als die ersten Kindern strahlend ihre Tüten in Empfang nehmen, ist den Fünftklässlern klar: Ihr Einsatz hat sich gelohnt.

„Ich finde es gut, dass Kinder in der Tafel ein warmes Essen bekommen und nicht hungrig sein müssen“, sagt der elfjährige Malte. „Es war ganz leicht, dafür selbst auf etwas zu verzichten.“ Bis zur letzten Minute hatten die Schüler noch fleißig Geld zusammengetragen, wie Klassenleiter Detlef Kunde erzählt. Dann hatten sie ihre Weihnachtsfeier genutzt, um die Geschenke zu packen und die Tüten zu bemalen. Zum Schluss kam auch noch eine große Extra-Kiste mit Lebensmitteln hinzu, die Tafel-Mitarbeiterin Marion Schindler dankend annimmt. „Ich finde das ganz toll von den Kindern. Die haben sich so viel Mühe gegeben“, sagt sie.

Ihren Angaben zufolge kommen zwischen 40 und 45 Kinder regelmäßig zur Tafel. Da ist für jeden etwas von der Spende der 5b dabei. Auch der sechjährige Chris hat schon eine Tüte in die Hand gedrückt bekommen. Neugierig schaut er hinein. „Das ist eine richtig schöne Sache“, freut sich auch seine Mutter Susan Nauwald.

Entstanden ist die Idee während der Proben für ein Theaterstück an der Schule, wie Susanne Kirsch vom Elternrat erzählt. „In dem Stück ging es um eine Familie in Not, der von einer anderen Familie geholfen wird“, sagt sie. Und schon waren die Schüler mittendrin im Thema.

Mit Begeisterung hätten die Kinder auf die Idee reagiert, auch in der Realität zu teilen, bestätigt Elternratsmitglied Marcus Plehn. Er arbeitet bei der Berufsfeuerwehr, die ebenfalls für die Tafel spendet. Und letztlich haben sich die Schüler auch selbst mit der Erfahrung beschenkt, dass Abgeben Freude machen kann.

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