Ruder-Achter bei Olympia : Goldambitionen untermauert

Der Deutschland-Achter mit Schlagmann Hannes Ocik (2. von vorn) ließ im Vorlauf nichts anbrennen.
Der Deutschland-Achter mit Schlagmann Hannes Ocik (2. von vorn) ließ im Vorlauf nichts anbrennen.

Deutschland-Achter meistert Vorlauf gegen USA und Polen souverän. Crew um Hannes Ocik aus MV verpasst sich Maulkorb bis zum Finale

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08. August 2016, 21:00 Uhr

Als Teil eins der Goldjagd erfolgreich absolviert war, begannen für den Deutschland-Achter die Probleme. Nach ihrem souveränen Finaleinzug bei der olympischen Regatta wollte die Crew um Schlagmann Hannes Ocik an der Lagoa Rodrigo de Freitas noch ein zweites Frühstück einnehmen, doch das Buffet war schon abgeräumt. Die Modellathleten reisten hungrig mit dem Bus ins olympische Dorf zurück, zufrieden waren sie dennoch. Das Flaggschiff des Deutschen Ruderverbandes (DRV) hatte zuvor mit einem deutlichen Vorlaufsieg seine Ambitionen auf Gold in Rio eindrucksvoll untermauert. Der Vorsprung auf Rekord-Olympiasieger USA betrug nach 2000 Meterrn eine knappe Bootslänge. Polen folgte weit abgeschlagen. Im Ziel klatschten sich die siegreichen Ruderer ab, holten sich Wasser am Steg und verschwanden kommentarlos.

Bis zum Finale am Samstag haben sich die starken Männer des deutschen Paradebootes einen Maulkorb verpasst, die Konzentration soll vor dem Saisonhöhepunkt nicht mehr gestört werden.

Dafür redete Ralf Holtmeyer. „Wir haben gezeigt, was wir draufhaben. Das war ein guter Einstieg“, sagte der gut gelaunte und zum Scherzen aufgelegte Trainer nach dem gelungenen Auftritt am Fuße des weltberühmten Corcovado mit der monumentalen Christus-Statue.

Während seine Mannschaft noch ausruderte, genoss Holtmeyer auch sein Frühstück. Genießen konnte der 60 Jahre alte Erfolgscoach auch das Rennen. Der Deutschland-Achter übernahm sofort die Führung und wehrte alle Angriffe des US-Bootes in bemerkenswerter Art ab. Auf den letzten 500 m konnten sogar Kräfte gespart werden. „Nach der langen Wettkampfpause seit Juni war es ein gutes Rennen“, sagte Holtmeyer.

Den ersten Vorlauf gewann Weltmeister Großbritannien überraschend deutlich vor den favorisierten Niederländern, die in den norgigen Hoffnungslauf müssen. Nach ihrem beeindruckenden Sieg beim Weltcup Ende Mai in Luzern galten die Niederländer als Goldanwärter Nummer eins.

Nach den Eindrücken der Vorläufe, die bei guten äußeren Bedingungen über die Bühne gingen, deutet aber alles auf ein Duell zwischen Deutschland und Großbritannien hin. Bei den vergangenen drei WM-Finals lagen jeweils die Briten, die gestern vier Sekunden schneller als die Deutschen waren, knapp vorn. „Die Art ihres Sieges war schon sehr beeindruckend“, sagte Holtmeyer.

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