Olympia : Deutsche Boxer fühlen sich verschaukelt

Das Schweriner Boxer-Quintett für Rio: Trainer Michael Timm, umrahmt von seinen Olympiakämpfern Artem Harutyunyan (2.v.l.) und Araik Marutjan (2.v.r.) sowie den mitreisenden Betreuern und Trainingspartnern Robert Harutyunyan (l.) und Peter Kadiru (r.).
Das Schweriner Boxer-Quintett für Rio: Trainer Michael Timm, umrahmt von seinen Olympiakämpfern Artem Harutyunyan (2.v.l.) und Araik Marutjan (2.v.r.) sowie den mitreisenden Betreuern und Trainingspartnern Robert Harutyunyan (l.) und Peter Kadiru (r.).

Dreimal 1:2, und immer gegen Deutschland: DBV-Sportdirektor stellt Entscheidungen der Ringrichter in Frage.

svz.de von
11. August 2016, 08:00 Uhr

Als der Fehlstart bei Olympia perfekt war, platzte Michael Müller der Kragen. Vier Niederlagen in vier Kämpfen – und dann noch so knapp. Das war selbst für den DBV-Sportdirektor zu viel. „Dreimal 1:2, und immer gegen uns. Das kann nicht sein“, beschwerte sich Müller in Rio und wollte sich gar nicht mehr beruhigen: „Ich bin ja schon viele Jahre im Boxen dabei, aber so etwas habe ich noch nicht gesehen.“

Der Ärger des Funktionärs entzündete sich vor allem am Kampf von Eric Pfeifer. „Da richteten ein Vietnamese und einer aus Sri Lanka mit zum Teil abenteuerlichen Ergebnissen“, schimpfte Müller. Am Ende verlor Superschwergewichtler Pfeifer genauso knapp wie zuvor David Graf (Schwer/Sindelfingen) und Araik Marutjan (Welter) vom BC Traktor Schwerin. Allein das 0:3 von Serge Michel (Halbschwer/ Traunreut) war eindeutig.

Verdächtigungen über Absprachen haben bei Olympia Tradition. 2012 in London soll Kasachstan zwei Goldmedaillen gekauft haben, und auch vor Rio machten Gerüchte über Manipulationen die Runde. Ein AIBA-Funktionär sagte der englischen Zeitung The Guardian, es gebe „keine Zweifel“, das einige Ringrichter sowie Punktrichter „korrupt sein werden“.

Doch trotz aller Enttäuschungen und angeblichen Mauscheleien lassen sich Müller und sein Verband nicht von ihrer Mission abbringen. Erstmals seit Athen 2004 will der DBV wieder eine Medaille von Olympia mitbringen. Hamza Touba (Fliegen/Kaarst) und Artem Harutyunyan (Halbwelter/Schwerin) stehen per Freilos zumindest schon im Achtelfinale. Größter Hoffnungsträger ist der APB-Weltmeister und EM-Dritte Harutyunyan, der für seinen Hamburger Heimatverein TH Eilbeck startet, aber seit 2011 in Schwerin lebt und dort von Michael Timm trainiert wird.

Müller warnte aber: „Wir wollen Artem nicht zu sehr unter Druck setzen. Er soll am Sonntag in Ruhe ins Turnier kommen.“

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