Jüngster Champion der Formel-1-Geschichte : Weltmeister! Vettel schafft die Sensation

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Der Liebeserklärung ans Team mit tränenerstickter Stimme folgte der Jubelschrei: Sebastian Vettel hat im nervenzerreißenden Herzschlag-Finale die Sensation geschafft und sich zum jüngsten Titelträger der Formel-1-Geschichte gekrönt.

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15. November 2010, 01:45 Uhr

Abu Dhabi | Mit seinem souveränen Sieg beim Großen Preis von Abu Dhabi holte der Heppenheimer gestern die 15 Punkte Rückstand auf Fernando Alonso auf, dessen Ferrari-Team mit einer Strategie-Fehlzündung den Titel verpatzte. "Unglaublich. Danke, Jungs. Ich liebe euch", verneigte sich Vettel mit stockender Stimme vor seiner Mannschaft.

Nach dem 19. und letzten Saisonrennen übernahm Überflieger Vettel im Red Bull mit einer schier unglaublichen Punktlandung zum ersten Mal die Führung und wurde damit zweiter deutscher Formel-1-Weltmeister nach Michael Schumacher - im Alter von 23 Jahren und 134 Tagen.

Alonso, dem Rang vier zum dritten Triumph gereicht hätte, kam nicht über Platz sieben hinaus. Vettels Teamkollege Mark Webber wurde Achter. Lewis Hamilton schloss im McLaren-Mercedes auf Platz zwei ab. "Sebastian hat einen fantastischen Job gemacht. Er hat es sich verdient", lobte der Ex-Champion.

Schon der Start wurde zum Thriller. Vettel kam eher mäßig in die Gänge, Hamilton versuchte gleich in der ersten Kurve innen vorbeizukommen. Während Alonso die gleichzeitige Attacke von Jenson Button aber nicht abwehren konnte und nach nur wenigen Metern auf Rang vier zurückfiel, verteidigte Vettel energisch seine zehnte Pole Position in dieser Saison. Webber blieb auf Platz fünf. Doch noch in der ersten Runde sorgte Schumacher für eine Safety-Car-Phase. Der Kerpener drehte sich bei einem Überholversuch gegen Nico Rosberg, blieb entgegen der Fahrtrichtung stehen und hatte Glück, als Vitantonio Liuzzi im Force India schuldlos in den Silberpfeil krachte. Das Safety Car musste bei seinem 250. Renneinsatz auf die Strecke.

In Runde sechs wurde das brisante Finale wieder freigegeben. Hamilton machte Druck, Vettel zeigte sich unbeeindruckt. Der Vorsprung schmolz dennoch auf nur noch eine Sekunde. Die vor dem Rennen befürchteten Probleme mit den weichen Reifen auf dem Wunder-Red-Bull machten sich bemerkbar. Nach einem "SOS"-Funk von Webber bekam der Aus-tralier in der 12. Runde die harte Gummimischung. Der 34-Jährige reihte sich auf Rang 14 wieder ein und verlor zur Freude Ferraris viel Zeit hinter Alonsos spanischem Landsmann Jaime Alguersuari. Vettel bekam derweil die Order, so lange wie möglich auf den weichen Reifen draußen zu bleiben, um einen kleinen Vorsprung für den Boxenstopp rauszufahren. Das Nervenspiel entwickelte sich auch zum Reifenpoker, und Alonso gehörte zu den Verlierern. "Ich weiß, dass du dein Bestes gibst, aber es ist kritisch", funkte sein Renningenieur. Alonso, Weltmeister von 2005 und 2006, kam einfach nicht am russischen Renault-Piloten Witali Petrow vorbei. Der Druck auf den Asturier wuchs. Denn auch Rosberg, der sich im Mercedes ebenfalls zu einem Reifenwechsel während der Safety-Car-Phase entschieden hatte, lag vor Alonso, der bei einem Manöver fast seinen Ferrari demoliert hätte.

Vettel kam dann in den Genuss eines optimalen Boxenstopps. Er kam vor Hamilton zurück auf den 5,554 Kilometer langen Kurs. Das Rennen entwickelte sich mit Einbruch der Dunkelheit noch packender. Vettel lag zur Halbzeit im Fernduell mit Alonso weiter vorn, der im Duell mit Petrow immer wieder Probleme hatte und von der Ideallinie abkam. Hinter dem zweiten Renault-Piloten, Robert Kubica, hing derweil Hamilton fest. Beinahe unbehelligt führte unterdessen der schon seit dem Brasilien-Rennen entthronte Titelverteidiger Button. Der Brite reihte sich nach seinem Stopp dann aber auch vor Alonso ein.

Zwölf Runden vor Schluss klagte Vettel über Funkpro-bleme. "Zeigt mir alles auf der Boxentafel an, was ihr mir sagen wollt", forderte er seine Crew auf - und machte nach 55 Runden das Märchen vor der Kulisse aus 1001 Nacht wahr.

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