Ruder-Achter bei Olympia : „Ziel ist Gold“

Go for Gold! Getreu dem Motto des Bundestrainers wird der Achter um Hannes Ocik (2.v.l.) heute alles in die Waagschale werfen.
Go for Gold! Getreu dem Motto des Bundestrainers wird der Achter um Hannes Ocik (2.v.l.) heute alles in die Waagschale werfen.

Deutschland-Achter mit Schweriner Beteiligung bereit für das Duell mit den Briten

svz.de von
12. August 2016, 21:00 Uhr

Noch knapp sechs Minuten Olympia, dann ist für die Männer aus dem Deutschland-Achter um Schlagmann Hannes Ocik von der Schweriner Rudergesellschaft alles vorbei. Die Oberschenkel brennen, scharfes Sehen fällt schwer, der Kreislauf dreht durch. Ohne diese totale Erschöpfung geht es aber nicht. „Es ist ganz wichtig, nach dem Rennen sagen zu können: Wir haben alles gegeben“, sagt Eric Johannesen. Er kennt das Gefühl. Seit London 2012 auch in Kombination mit dem maximalen Erfolg: Olympiasieg.

In Rio wollen die Ruderer den Sieg im letzten Rennen der olympischen Regatta wiederholen. Dazu müssen sie heute (16.24 Uhr MESZ) den ewigen Rivalen von der Insel nach drei Niederlagen in WM-Finals wieder schlagen. „Ich erwarte ein Duell um Gold zwischen Deutschland und Großbritannien. Die Briten haben hier schon gezeigt, was sie können“, sagt der Schweriner Hannes Ocik über den Sieger des zweiten Vorlaufs. Dabei waren die Weltmeister auf der Lagoa Rodrigo de Freitas fast vier Sekunden schneller als Deutschland. „Sie sind von der Physis im Vorteil, aber wir haben eine absolute Willensstärke und sind technisch sehr stark. Wir werden um jeden Meter kämpfen“, verspricht Ocik. „Das Ziel ist Gold. Aber es muss klar sein, dass es sehr knapp ist“, prognostiziert Johannesen.

Durch den vielen Wind und die Verschiebung des Hoffnungslaufs von Mittwoch auf Donnerstag haben alle Boote bis auf die beiden großen Kontrahenten einen Ruhetag weniger. Das ist ein kleiner Nachteil für die USA, die Niederlande, Neuseeland oder Polen.

Johannesen warnt dennoch vor allem vor den im Vorfeld von Olympia stark eingeschätzten Niederländern: „Ich würde nie jemanden abschreiben. Das Wichtigste ist, keinen Gegner zu unterschätzen.“

Die Taktik hat sich das deutsche Paradeboot bereits zurechtgelegt. „Wir müssen das Tempo von Anfang an hochhalten“, sagt Johannesen. „Die anderen müssen dauernd denken: Die Deutschen sind noch immer vorn.“

Auf den mittleren 1000 Metern gelte es dann, das übliche Loch möglichst klein zu halten. „Hinten raus kommt uns unsere Sprintfähigkeit dann zugute, da wollen wir es entscheiden.“ Neben dem Achter hatten es in Rio nur zwei Boote des DRV in ein Finale geschafft, vor vier Jahren waren noch acht deutsche Boote im Kampf um die Medaillen bis zum Schluss dabei. Doch die Aussicht auf dreimal Gold verspricht dennoch eine gute Bilanz. Mit der Erwartungshaltung von außen kann Achter-Bundestrainer Ralf Holtmeyer nicht sonderlich viel anfangen. „Was die anderen erwarten, ist zwar interessant, aber nicht so wichtig.“ Dennoch gilt auch für ihn das Motto: „Go for Gold!“

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