Nach gutem Saisonstart : Körperliche Probleme im Training für Dreßen abgehakt

Thomas Dreßen war beim Super-G in Lake Louise bester Deutscher. /The Canadian Press
Thomas Dreßen war beim Super-G in Lake Louise bester Deutscher. /The Canadian Press

Siebter und Neunter zum Start in den WM-Winter, das klingt für einen Spitzenfahrer wie Thomas Dreßen nach einem soliden Auftakt. Doch der Kitzbühel-Sieger war nach dem ersten Speedwochenende der Saison regelrecht erleichtert und verriet nur in Ansätzen, weshalb.

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25. November 2018, 22:24 Uhr

Die Unsicherheit hatte sich Thomas Dreßen im Vorfeld gar nicht anmerken lassen.

Erst nach dem soliden Saisonstart mit zwei Top-Ten-Ergebnissen in den ersten Speedrennen des WM-Winters und der geglückten Qualifikation für die Titelkämpfe im Februar berichtete der Kitzbühel-Sieger von «körperlichen Sachen», die bei der Vorbereitung auf die Rennen in Lake Louise zu schlechten Leistungen im Training geführt hatten. Doch davon war in Kanada nichts mehr zu sehen. «Die Form passt, in der Abfahrt und im Super-G», bilanzierte Dreßen nach Rang sieben am Samstag und Rang neun im Super-G tags darauf zufrieden. «Dadurch bin ich beruhigt.»

Was genau ihn noch in Copper Mountain im Speed-Trainingszentrum des US-Skiverbands beeinträchtigt hatte, wollte Dreßen nicht verraten. «Es hat körperliche Sachen gegeben, die nicht optimal waren. Zuletzt in Copper bin ich nicht gut Ski gefahren. Das muss man so sagen», berichtete er drei Tage nach seinem 25. Geburtstag lediglich. Auch vom Verband gab es keine genauen Angaben dazu, was den stärksten deutschen Abfahrer beschäftigte. Für Dreßen war vor der Weiterreise zu den Rennen in Beaver Creek am kommenden Freitag und Samstag ohnehin nur wichtig, «dass ich beruhigt in die nächsten Rennen gehen kann weil ich weiß: Die Form stimmt».

Die beiden anderen Routiniers im deutschen Team müssen auf dieses Gefühl dagegen verzichten. «So richtig vom Hocker reißen tut mich das nicht, ich dachte wir wären etwas stärker», sagte Alpinchef Wolfgang Maier der Deutschen Presse-Agentur über die Ergebnisse von Andreas Sander und Josef Ferstl. «Die Erwartungen waren schon etwas höher.» Sander kam nach Rang 29 in der Abfahrt im Super-G nicht über Platz 34 hinaus, Ferstl hatte wohl etwas Pech mit der Präparierung seiner Ski und belegte die Plätze 39 (Abfahrt) und 29 (Super-G).

Schon vor dem ersten Fahrer sorgte Super-G-Weltmeister Erik Guay für Aufsehen mit einer Abschiedsfahrt in Jeansjacke, Karohemd und Cowboyhut. Der Kanadier hatte am Donnerstag nach dem schweren Trainingssturz seines Teamkollegen Manuel Osborne-Paradis seinen sofortigen Rücktritt erklärt. Ursprünglich wollte der 37 Jahre alte Familienvater diese Saison noch fahren. 2011 holte er bei der WM in Garmisch-Partenkirchen den Titel in der Abfahrt, 2017 in St. Moritz legte er mit WM-Gold im Super-G und Silber in der Abfahrt nach.

2019 im schwedischen Are würde Dreßen gerne die erste Medaille seiner Karriere holen, auf dem Weg dorthin ist das Selbstvertrauen und die gute Startnummer durch Ergebnisse im Weltcup wichtig. Denn die Konkurrenz ist stark. In der Abfahrt gewann überraschend Max Franz aus Österreich vor den beiden Südtirolern Christof Innerhofer und Dominik Paris. Im Super-G war wie im vergangenen Jahr Kjetil Jansrud aus Norwegen das Maß der Dinge, Zweiter und Dritter wurden Vincent Kriechmayr aus Österreich und der Schweizer Mauro Caviezel. «So eng, wie es heuer ist, war es noch nie, so abwechslungsreich. Das kann man schon sagen», sagte Dreßen nach dem Leistungsnachweis der Kollegen.

Doch verstecken muss er sich nicht, als nächstes geht es auf die WM-Strecke von 2015, die Birds of Prey in Beaver Creek. Dort holte Dreßen im vergangenen Jahr Rang drei in der Abfahrt und den ersten Podestplatz seiner Karriere. Am Ende der Saison waren es vier.

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