Freund will sein erstes Skiflug-Gold

Viermaliger Saisonsieger hochmotiviert zur WM

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12. März 2014, 18:00 Uhr

Beim Griff nach dem ersten deutschen WM-Titel im Skifliegen seit zwölf Jahren ist Severin Freund auf sich allein gestellt. Während der Team-Olympiasieger gestern hochmotiviert und in Topform nach Harrachov reiste, geben seine zuletzt schwächelnden Gold-Kollegen sogar Bundestrainer Werner Schuster Rätsel auf. „Wir haben mit Severin einen Springer, der definitiv ganz vorne mitmischen kann. Die anderen Jungs waren zuletzt müde im Kopf. Ich weiß nicht genau, wie sie klarkommen werden“, sagte Schuster.

Der Erfolgstrainer hat daher sechs Athleten für die Titelkämpfe nominiert, obwohl nur vier starten dürfen. „Ich will jede Option nutzen“, begründete der sonst eher zu kleinen Aufgeboten neigende Schuster die ungewöhnliche Maßnahme. „Zuletzt gab es doch sehr wechselhafte Leistungen.“

Aber egal, wer das Vertrauen erhält, im Fokus steht natürlich Freund. Der 25 Jahre alte Bayer strotzt nach vier Saisonsiegen und vier zweiten Plätzen im Weltcup vor Selbstbewusstsein. „Ich freue mich sehr auf diesen letzten Höhepunkt des Olympia-Winters. In Harrachov gibt es noch einmal Medaillen zu gewinnen und das ist eine große Motivation für mich“, erklärte der deutsche Topspringer.

Der Gesamtdritte im Weltcup besticht in der Spätphase der Saison durch ein perfektes Flugsystem und Nervenstärke. „Die Voraussetzungen, vorne mitzumischen, sind gut – auch wenn ich noch nie von dieser Flugschanze gesprungen bin“, sagte Freund. „Aber nach allem, was ich bisher gesehen habe, scheint es eine schöne Anlage zu sein.“

Da Freund als einziger deutscher Springer bereits für den Wettbewerb qualifiziert ist, kann er entspannt an die Aufgabe herangehen. „Er kann sich im Training und in der Qualifikation einfliegen. Zwar hat er noch nie bei einem Skifliegen auf dem Podest gestanden, aber wir wollen alle Register ziehen“, erklärte Schuster.

Zuletzt hatte Sven Hannawald 2002 an gleicher Stätte Skiflug-Gold für Deutschland geholt. Seither blieben die DSV-Adler im Einzel ohne Edelmetall. Im Team gab es 2006 zumindest Bronze und vor zwei Jahren in Vikersund Silber. Die Hoffnung auf eine Mannschaftsmedaille hat Schuster daher noch nicht aufgegeben: „Ich will die Jungs nicht abschreiben. Im Team haben wir uns immer berappelt.“

Erst nach den heutigen Trainingsdurchgängen wird er heute sein Quartett, in dem Freund gesetzt ist, für die Einzelentscheidung morgen und am Samstag sowie den Mannschaftswettbewerb am Sonntag bekanntgeben. Schuster hofft vor allem darauf, dass Marinus Kraus und Andreas Wellinger noch einmal in die Spur finden. „Wenn die ersten Flüge hinhauen, könnten sie auf einer Welle reiten.“ Da Andreas Wank und Michael Neumayer zuletzt ebenfalls schwächelten, könnte Markus Eisenbichler die Rolle des Jokers zukommen. „Bei ihm könnte es klappen“, sagte Schuster.


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