Saisonstart in Innsbruck-Igls : Felix Loch will wieder angreifen: «Ich kann noch rodeln»

Rennrodler Felix Loch startet mit großen Zielen in die Saison.  
Rennrodler Felix Loch startet mit großen Zielen in die Saison.  

Am Wochenende beginnt für die Rodler die Saison in Innsbruck-Igls. Höhepunkt sind die Weltmeisterschaften im Januar in Winterberg, wo die Deutschen wieder für Titel sorgen sollen. Felix Loch will nach seiner verkorksten Olympia-Teilnahme zu alter Stärke zurück.

svz.de von
23. November 2018, 12:42 Uhr

Felix Loch hat bei den Olympischen Spielen auf brutale Weise erlebt, wie eng Triumph und Enttäuschung beieinander liegen können.

Der Rennrodler erlebte in Pyeongchang den vielleicht schlimmsten Moment seiner Karriere, als er nach einem Fahrfehler im letzten Lauf seine Führung verlor und den dritten olympischen Einzelerfolg verschenkte. «Dass der Loch gewinnt, davon geht immer jeder aus. Aber so einfach ist es eben doch nicht. Im Sport kann nicht immer alles funktionieren», entgegnet der 30-Jährige. «Im Sport gehört Verlieren dazu. Das habe ich von kleinauf so gelernt. Klar war das im ersten Moment schlimm, aber ich habe mich recht schnell gefangen.»

Nur zwei Wochen nach seinem fünften Platz fuhr er für Materialtests wieder den Eiskanal hinunter. Schnell kehrte das Vertrauen in die eigenen Qualitäten zurück. Für Loch eine wichtige Erfahrung: «Ich habe gemerkt: Ich kann noch rodeln.»

Beim Weltcup-Auftakt am Wochenende in Österreich will der Berchtesgadener wieder angreifen. Innsbruck-Igls ist die erste von neun Weltcup-Stationen. Höhepunkt ist die Heim-WM in Winterberg Ende Januar. Dort könnte sich Loch einen der großen Einzeltitel zurückholen, es wäre sein sechster bei einer WM. «Eine Medaille ist das Ziel», sagt Loch.

Seine größten Konkurrenten dürften Weltmeister Wolfgang Kindl, Olympiasieger David Gleirscher (beide Österreich) sowie die Russen Roman Repilow und Europameister Semjon Pawlitschenko sein. Aus den eigenen Reihen hat sich Johannes Ludwig mit Olympia-Bronze ins Rampenlicht gefahren. Spannend wird überdies, welche Rolle der Silber-Gewinner Chris Mazdzer (USA) spielen kann, der auch im Doppelsitzer startet. Der sechsmalige Gesamtsieger Loch gibt sich vor seiner 13. Weltcup-Saison zuversichtlich. «Fahrtechnisch passt es. Es wird Zeit, das es losgeht, damit wir sehen, wo wir wirklich stehen.»

Bei den Damen ist die internationale Konkurrenz für Natalie Geisenberger nach prominenten Rücktritten kleiner geworden. Dauerrivalin Tatjana Hüfner geht in ihre letzte Saison. Daneben möchte sich Dajana Eitberger nach Silber in Südkorea in der Spitze etablieren. «Fahrerisch habe mich unheimlich weiterentwickelt. Den Flow nehme ich gerne mit», sagt sie. Die Messlatte aber bleibt Geisenberger, wenngleich die 30-Jährige die Erwartungen etwas dämpft. Eine Rückenverletzung habe sie in der Vorbereitung ausgebremst. «Ich bin noch nicht dort, wo ich gerne sein würde.»

Lange war nicht klar, ob es in Innsbruck zum Dauerduell der deutschen Doppelsitzer kommt. Toni Eggert, mit Sascha Benecken Dritter in Pyeongchang, sollte nach einem Wadenbeinbruch im Oktober später in den Weltcup einsteigen. Unter der Woche gab der Arzt aber grünes Licht. Damit geht das Kräftemessen mit den Olympiasiegern Tobias Wendl/Tobias Arlt schon in Igls in die nächste Runde.

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