Handball-Geschichte Rostock/Deutschland : „Waffi“ Rohde wird heute 65

22. April 1979: Jürgen Rohde (rechts) gratuliert seinem Torwart-Kollegen Manfred Hofmann vom TV Großwallstadt zum Sieg im Final-Hinspiel des Europapokals der Landesmeister. Zwar gewann der SC Empor nach dem 10:14 in München das Rückspiel in Rostock mit 18:16, doch zum Titel reichte es für den DDR-Meister gegen den West-Konkurrenten nicht mehr.
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22. April 1979: Jürgen Rohde (rechts) gratuliert seinem Torwart-Kollegen Manfred Hofmann vom TV Großwallstadt zum Sieg im Final-Hinspiel des Europapokals der Landesmeister. Zwar gewann der SC Empor nach dem 10:14 in München das Rückspiel in Rostock mit 18:16, doch zum Titel reichte es für den DDR-Meister gegen den West-Konkurrenten nicht mehr.

Mit dem früheren DDR-Nationaltorhüter feiert eine der Legenden des Rostocker Handballs Jubiläum

svz.de von
02. Januar 2018, 05:00 Uhr

Einmal Empor, immer Empor. Jürgen Rohde ist eine der Legenden des Rostocker Handballs. Seit 1973 schlägt sein Herz für das runde Leder in der Hansestadt. Heute begeht „Waffi“ seinen 65. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch, vor allem weiter eine stabile Gesundheit!

„Der Jürgen ist ein Glücksfall für uns“, lobt Stephan Stübe, Geschäftsführer der Empor Rostock Handball GmbH, den Jubilar. „Er lebt Handball und seinen HCE. Den kann ich nachts um drei Uhr anrufen, und er steht wenige Minuten später auf der Matte. Immer einsatzbereit, zuverlässig, für die jungen Spieler in jeder Beziehung ein Vorbild. Möge er uns noch recht lange zur Verfügung stehen!“

Jürgen Rohde heute: Herzlichen Glückwunsch zum 65. Geburtstag!
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Jürgen Rohde heute: Herzlichen Glückwunsch zum 65. Geburtstag!

Den ab heute „bestallten Rentner“ zog es 1973 aus Magdeburg an die Küste. „An Wieland Schmidt im SCM-Gehäuse war kein Vorbeikommen. Bei Empor war damals Klaus Prüsse die Nummer eins, aber dessen Karriere neigte sich dem Ende zu“, blickt Rohde zurück. Ein Jahr spielten beide noch zusammen. „Jimmy“ Prüsse: „Jürgen war unheimlich ehrgeizig, guckte sich auch einiges von mir ab. Zudem ein Kumpel – auch außerhalb des Spielfeldes durch und durch. Ich wusste, dass ,Waffi’ seinen Weg gehen wird.“

Dies tat er u. a. unter den Trainern „Aki“ Schmidt und danach Heinz Strauch. Letzterer, der gestern bei guter Gesundheit seinen 79. Geburtstag beging (auch ihm Gratulation!), erinnert sich der Qualitäten des Keepers: „Jürgen war ein Trainingsmensch, sehr auf Erfolg getrimmt, eine tragende Säule. Der wusste, worauf es ankommt, sich weiter zu entwickeln, begriff schnell das Rezept des Zusammenspiels des Torwarts mit der Abwehr als A und O für ein siegreiches Wirken, pushte sich richtig mit seinem Pendant Bodo Wieland.“

Die Notwendigkeit harter Arbeit, den Drang, immer besser zu werden, das Warum – all das brauchte kein Trainer dem „Waffi“ zu erläutern. Er selbst hatte ein Ziel vor den Augen. Kein Wunder, dass die Rostocker Galionsfigur bald in den Notizbüchern der Nationaltrainer stand, auch 28 Länderspiele absolvierte. Nur eines blieb Rohde verwehrt: die Teilnahme an Olympischen Spielen. 1980 hieß es: Zu jung, deine Zeit kommt noch. Vier Jahre später Boykott der DDR, 1988 – im Jahr zuvor hatten ihn Fachjournalisten zum besten Torwart gewählt – dann: Lass uns mal Jüngere mitnehmen.

Trotzdem zählt Jürgen Rohde die 80-er Jahre zu seinen erfolgreichsten. Die Bilder der großen Triumphe – im Europapokal-Finale das 14:17 bei Dukla Prag im Rückspiel noch in ein 22:18 gedreht, der Krimi gegen Honved Budapest um die EM für Vereinsmannschaften – sind ihm heute noch vor Augen. Nach zweimaliger Verlängerung setzte sich der SC Empor mit 31:27 gegen die Ungarn durch. NNN schrieben damals: Rohde vernagelt das Tor – Weltklasse!

„Waffi“ hat alles erreicht, was man sich im Vereinshandball vorstellen kann. Noch als „Vierziger“ hütete er das Empor-Gehäuse, brachte später – und tut es auch heute noch – seinen Erfahrungsschatz als Torwartcoach ein, sitzt seit 2008 als Co-Trainer beim HCE auf der Bank, ist im Verein „Mädchen für alles“, wie er selbst zugibt. Wenn er anlässlich seines heutigen Jubiläums zwei Wünsche frei hätte, würde er sagen: „Gesundheit in der Familie und heraus aus der gegenwärtigen Talsohle des Rostocker Handballs!“

Zur Person Jürgen Rohde

  • geboren: 2. Januar 1953 in Karl-Marx-Stadt (Chemnitz)
  • Beruf: Estrichleger und Feuerungsmaurer
  • Familie: seit 44 Jahren verheiratet mit Helga, Kinder Thomas (45) und Anja (41)
  • Handball-Werdegang: 1967 bis1973 SC Magdeburg, 1973 bis 1990 SC Empor Rostock, 1990/91 TV Grambke Bremen, 1991 bis 1995 HC Empor, 1995/96 Bad Doberaner SV
  • Sportliche Erfolge: 28 Länderspiele, Teilnahme an der WM 1982, 50 Europapokal-Spiele mit dem SC Empor, 1982 Europapokalsieger  und Gewinn der Vereins-Europameisterschaft, dreimal DDR-Meister und siebenmal Pokalsieger
     
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