Laufsport : Tradition schlägt Mistwetter

Nach einer kurzen Begrüßung schickte Weihnachtsfrau Sabine Siegmund vom LSV Güstrow die Läuferinnen und Läufer auf die verschiedenen Strecken.  Fotos: Marian-Bernd Pries (2)
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Nach einer kurzen Begrüßung schickte Weihnachtsfrau Sabine Siegmund vom LSV Güstrow die Läuferinnen und Läufer auf die verschiedenen Strecken. Fotos: Marian-Bernd Pries (2)

Gänsebratenbauchweglauf lockte fast 100 Unentwegte am zweiten Weihnachtsfeiertag in die Güstrower Heidberge

svz.de von
28. Dezember 2016, 05:00 Uhr

Der zweite Weihnachtsfeiertag ist gewöhnlich der Tag, an dem der Laufsportverein Güstrow zu seinem – nein, nicht Weihnachtslauf, davon gibt es in Deutschland ja inzwischen einige – sondern zum Gänsebratenbauchgweglauf einlädt. Denn damit hat die Veranstaltung ein schönes Alleinstellungsmerkmal.

Bei so viel Wasser von oben und teilweise total aufgeweichten Waldwegen hatten die Organisatoren um Chef-Weihnachtsfrau Sabine Siegmund allerdings diesmal auch die Befürchtung, dass sie allein mit Tee, Glühwein und Schokoweihnachtsmännern am bekannten Treffpunkt in den Heidbergen gegenüber des ehemaligen Tierparkeingangs stehen würden.

Doch weit gefehlt: Trotz der widrigen Umstände fanden sich wieder fast 100 Unentwegte an der gedachten Startlinie ein. Fragte man die Sportler nach dem Grund für dieses doch recht ungewöhnliche Tun, so erhielt man oft die fast gleichlautende Antwort wie von Fred Kiesendahl aus Rostock: „ Der Gänsebratenbauchweglauf am 2. Feiertag gehört inzwischen in unserer Familie dazu wie der Entenbraten am 1. Weihnachtstag.“ Und auch der alte Güstrower „Laufhase“ Joachim Roßmanneck, der fast alle diese Läufe seit 1989 selbst mitgemacht hat, möchte den Lauf gemeinsam mit Jung und Alt nicht missen, selbst wenn bei dem inzwischen im Rentenalter stehenden, die Knochen nicht mehr so mitmachen, wie er es sich selbst wünscht.

So waren auf den ersten Plätzen naturgemäß die jüngeren Sportler zu finden. Als Erster auf der kurzen 1,5-Kilometer-Strecke kam Lukas Sund nach 6:37 Minuten ins Ziel, knapp gefolgt von den beiden Mädchen Lena Winkler und Hannah Krebs (beide 6:48 Min.).

Auf der Mitteldistanz von rund vier Kilometern gab es einen packenden Zielsprint. Maximilian Sund – eigentlich recht klar in Führung liegend – hatte sich kurz vor dem Ziel noch verlaufen. Mit einem starken Endspurt konnte er seinen verdienten Sieg nach 19:09 Minuten doch noch vor Ricardo Wendt und Maximilian Heise mit jeweils nur einer Sekunde Unterschied retten.

Am deulichsten fiel der Erfolg auf der 8-Kilometer-Distanz aus. Und das lag wohl kaum daran, dass die Protagonistin des Laufes, die Krakowerin Sophie Fischer, gerade vor Weihnachten von einem Ski-Höhentrainingslager in Italien zurückgekehrt ist. Auch ohne dieses hätte die 19-Jährige wohl keinem der angetretenen Männer den Vortritt gelassen, ist sie doch eine der erfolgreichsten Nachwuchstriathletinnen Deutschlands. Für die schwere Strecke benötigte Sophie Fischer, die gemeinsam mit ihrer ebenfalls sehr sportbegeisterten Mama aus dem Luftkurort angereist war, 32:30 Minuten. Dabei stand für die Leistungssportlerin neben dem Trainingseffekt eindeutig der Spaß an diesem trüben Vormittag im Vordergrund. Eine halbe Minute später kam als schnellster Vertreter des „starken Geschlechts“ Torsten Lenz vor Maik Döring ins Ziel.


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