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17. Dezember 2017 | 01:45 Uhr

Leichtathletik : Tom Gröschel laufend unterwegs

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

6. Platz bei Deutscher Meisterschaft über 10 000m. EM 2018 in Berlin als Traumziel.

von
erstellt am 16.Mai.2016 | 09:00 Uhr

Sehr zufrieden ist Langstreckler Tom Gröschel mit seinem 6. Platz bei der Deutschen Meisterschaft über 10  000 Meter. Beim Sieg des für den LAC Fürth laufenden Äthiopiers Mitka Seboka (29:23,57 min) am vergangenen Sonnabend in Celle finishte er in einem taktisch geprägten Rennen in 29:59,98 min als Drittbester mit deutschem Pass. Eine Medaille gab es trotzdem nicht, da die drei vor ihm einkommenden Äthiopier und Eritreer nach einem Jahr deutscher Vereinszugehörigkeit DM-Startrecht haben.


Nach über zwei Jahren endlich schmerzfrei


„Es war aber wieder einmal ein Highlight für mich. Bis auf den letzten Meter habe ich gekämpft, um die 30 Minuten zu knacken“, berichtet der aus Badendiek stammende Rostocker. Gröschels Bestzeit von 29:34 min stammt schon aus dem Jahr 2013, danach erwischte den früheren Athleten des LAC Mühl Rosin eine überaus lange Verletzten- und Gesundheitsmisere, die ihn immer wieder ausbremste. „Vor allem bin ich glücklich, endlich wieder ohne Schmerzen laufen zu können“, sagt er deshalb auch. Nur einen Tag später war „Auslaufen“ beim Laager Waldlauf angesagt. Hier setzte sich der Polizeimeister über 12 Kilometer in neuem Streckenrekord von 41:26 min vor seinen Teamgefährten vom TC Fiko Rostock Johannes Vogel (42:43) und Matthias Weippert (43:07) durch.

Die absolute deutsche Spitze war bei der DM wegen ihrer spezifischen Vorbereitung in der Olympiasaison nicht dabei. Für die Langstreckler gilt ein gesonderter Qualifikationsmodus für die internationalen Wettbewerbe, und für Rio oder die Amsterdam-EM sind die Züge bereits abgefahren. „Besonders cool für mich war dennoch, dass ich den für die Europameisterschaft nominierten Jens Nerkamp knapp hinter mir lassen konnte. Das war für mich ein kleiner Erfolg“, freute sich Gröschel. Erst seit zehn Wochen könne er wieder voll trainieren, hätten ihn seine Schmerzen endlich losgelassen. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung zum Polizeimeister an der Güstrower Fachhochschule im Februar ging es deshalb direkt nach Kenia ins Trainingslager – übrigens die erste Afrika-Reise des 24-Jährigen. Gröschel: „Nach zwei Jahren in Flaggstaff/USA hat meine Trainingsgruppe mal etwas anderes ausprobieren wollen.“ Mit „seiner“ Trainingsgruppe meint der Badendieker Läufer aus Bochum/Wattenscheid, bei denen er sich schon seit längerem immer wieder mal aufhält. „Das ist schon etwas anderes mit den Jungs um Hendrik Pfeiffer mitzulaufen. In Rostock oder am Inselsee bin ich doch oft allein unterwegs. In der Gruppe wirst Du mitgerissen – oder auch mal lieber gebremst, wenn es die erfahrenen Leute für richtiger halten.“


„Lunte gerochen“ für den Marathon


Um so schöner sei es für ihn, jetzt schon wieder auf dem Grundniveau von 2013 zu sein, wie er meint. Unter 30 Minuten ist er in seiner Laufbahn über 10  000 Meter erst zum dritten Mal geblieben. Da ist er von den Normen für Olympia (28:00) und auch für die EM (28:40) noch ein ganzes Stück weg. Für Bestzeiten sei es in Celle aber auch zu warm und windig gewesen, was die Siegerzeit schon ahnen lässt. Ohnehin steht möglicherweise eine „Richtungsänderung“ für Tom Gröschel in Aussicht. Bei einem Marathon vor knapp drei Wochen in Düsseldorf hatte er als Tempomacher seinem Trainingskumpel Pfeiffer zur Olympiaquali verholfen. Ein Test für Tom – der natürlich vorzeitig ausgestiegen war –, der ihm aber Appetit machte auf die ganz langen Kanten. Mit 1h05:22 wurde ihm auf der Halbmarathondistanz eine schon sehr respektable Zwischenzeit gemessen.

Nach seiner Ausbildung ist der Polizeimeister über den Sommer vom Dienst übrigens freigestellt. Wettkampfhöhepunkt wird in diesem Jahr die Deutsche Meisterschaft in Kassel sein, wo er am 19. Juni die 5000 Meter laufen will. Wenn sich die Gelegenheit bietet, schaue er gelegentlich in seiner Dienststelle bei der Bereitschaftspolizei in Waldeck vorbei, um sich für den Beruf fit zu halten. So war er Anfang dieser Woche zur Schießausbildung.

Nach der Stippvisite in der Heimat trainierte er gestern schon wieder in Wattenscheid. Der Ruhrpott ist zugleich eine günstige Ausgangslage zu den häufigen Wettkampforten der Läuferschar in Holland, Mittel- und Süddeutschland. „Eigentlich bin ich laufend unterwegs“, sagt Gröschel doppelsinnig. Nach den sportlichen Höhepunkten des Jahres geht es eine längere Zeit in seine Einheit, ehe im Winter die Vorbereitung auf die Saison 2017 beginnt. „Das nächste Jahr wird eine Erkundungsphase, ob es mit mir zum Marathon geht. Ich habe Lunte gerochen“, blickt er schon mal voraus. Traumziel wäre dann 2018 die Teilnahme an der Europameisterschaft in Berlin. „Das wäre was ganz Großes.“

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