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24. November 2017 | 19:56 Uhr

Ende gut, alles gut : Titelgewinn bei Chaos-EM

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nadine Kant zerlegt die Wettkampfstätte und wird dann im Kugelstoß-Krimi Senioren-Halleneuropameisterin

von
erstellt am 04.Apr.2016 | 21:00 Uhr

Ende gut, alles gut: Mit gut zweistündiger Verspätung zum ursprünglich auf exakt 16.21 Uhr festgesetzten Wettkampfbeginn hat Kugelstoßerin Nadine Kant-Beckel (Hagenower SV) am Freitagabend bei den Hallen-Europameisterschaften der Senioren im italienischen Ancona wieder einmal zugeschlagen. Nach ihren Vorjahres-Titeln bei der Hallen-EM und bei der Freiluft-WM gewann die 38-Jährige erneut Gold in der Altersklasse W35. Mit 14,72 m setzte sich die frühere Junioren-Vizeweltmeisterin hauchdünn vor der Weißrussin Vera Yepimashka (14,65 m) und deutlich vor Sabine Kreiner aus Österreich (11,49 m) durch.

Seit dem ersten Versuch in Führung liegend, steigerte sich Nadine im vierten Versuch auf 14,64 m, was Yepimashka im fünften Durchgang mit 14,65 denkbar knapp konterte. Unmittelbar darauf stellte der Schützling von Trainer Thomas Schuldt, der auch Stabhoch-Ass Martina Strutz betreut, mit 14,71 die alte Reihenfolge wieder her und legte im letzten Versuch noch einen Zentimeter drauf.

Doch nicht vornehmlich des spannenden Duells wegen wird Nadine von dieser EM dereinst noch ihren Enkeln berichten. Zur Geschichte, die sie gestern nach ihrer Rückkehr erzählte, gehört auch, dass sie ihre Wettkampfstätte in Ancona zerlegte. Beim Einstoßen in dem Großzelt, das wegen viel zu geringer Höhe von 3,45 m zu zahlreichen – samt und sonders abgeschmetterten – Athletenprotesten geführt hatte, wuchtete sie die Kugel ins Dachgebälk und holte einen metallenen Querträger herunter.

Daraufhin untersagte der Oberkampfrichter sofort jegliche weiteren Stöße und setzte die Konkurrenz auf 21 Uhr (knapp fünf Stunden später) in der richtigen EM-Halle an, die dann bereits leer wäre. Den Protesten der sieben Stoßerinnen folgend wurde als Plan C jedoch im angrenzenden Stadion flugs eine Kugelstoßanlage hergerichtet. Als es dort gerade losgehen sollte, tauchte die Hauptkampfrichterin auf und setzte dem Treiben umgehend ein Ende.

Der Oberkampfrichter hätte mit der Entscheidung, ins Freie zu gehen, seine Kompetenzen überschritten und das Kugelstoßen einer Hallen-EM müsste definitiv auch in einer Halle ausgetragen werden. Zum Glück aber sei in der Haupthalle gerade ein Hochsprungwettbewerb zu Ende gegangen und man könne die EM-Entscheidung der sieben Damen schnell noch vor der der M60-Herren durchziehen.

Das sahen die 17 älteren, aber nicht minder ehrgeizigen und mindestens ebenso auf ihren Wettkampf erpichten Kugelstoßrecken allerdings ganz anders. Laut Plan seien sie als nächstes dran – und basta.

So dauerte es weitere eineinhalb Stunden, ehe mit erneutem Aufwärmen und Einstoßen Plan E griff. Von 18.27 bis 18.55 Uhr dauerte der Wettkampf, minutiös festgehalten im Wettkampfprotokoll.

Recht so! Bei einer Europameisterschaft muss man es schon genau nehmen, das ist ja schließlich kein Dorfsportfest!

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