Box-Bundesliga : Saison-Halali mit einem Ständchen

Artur Ohanyan (M.) lauscht in der ersten Ringpause den Hinweisen von Trainer Michael Timm (r. – l. Trainerkollege Sebastian Zbik).
Artur Ohanyan (M.) lauscht in der ersten Ringpause den Hinweisen von Trainer Michael Timm (r. – l. Trainerkollege Sebastian Zbik).

Bundesliga kurios: Traktor-Boxer bezwingen im letzten Heimkampf Hertha BSC sportlich und verlieren trotzdem 11:12

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15. April 2018, 17:51 Uhr

Am Ende gab es sogar ein Ständchen. „Happy birthday…“ intonierten die rund 1000 Boxfans am Samstagabend in der Schweriner Palmberg-Arena nach dem letzten Kampf des Bundesligavergleiches der Schweriner Traktor-Boxer mit Hertha BSC Berlin. Im Duell der Superschweren war gerade Stephan Kreienbrink gegen Herthas Yan Soudzilouski zwar ohne Chance gewesen und der Bundesliga-Vergleich dadurch mit 11:12 gegen die Gastgeber verlorengegangen. Aber dass der Neubrandenburger Kickboxer mit seinem ersten Boxkampf überhaupt für den fehlenden ukrainischen Europameister Viktor Vykhryst in die Bresche sprang, brachte ihm jubelnden Applaus ein. Und seinem Trainer Danny Schindhelm, der für den Kampf seine Geburtstagsparty zum 43. drangab, besagtes Ständchen.

„Ich hatte es mir leichter vorgestellt“, bekannte der 31 Jahre alte Kreienbrink, „aber es war eine tolle Erfahrung.“ Und sein Trainer ergänzte: „Ich hole mir jetzt gleich mal ein Bier und alles andere wird nachgeholt.“

Notwendig wurde diese ungewöhnliche Verpflichtung, da der BCT sein Saisonlimit von sechs ausländischen Einfliegern ausgeschöpft hatte und Superschwer-Boxer hierzulande rar gesät sind. „Aber es brauchte nur einen Anruf…“, berichtete Traktors Bundesliga-Cheftrainer Sebastian Zbik mit Mikrofon im Ring: „Dafür nochmal vielen Dank!“

Übrigens: Rein sportlich gesehen haben sich die Traktor-Boxer mit einem 13:11-Sieg aus der Saison verabschiedet. Doch den machte leider ein Formfehler zunichte.

So hatten die Schweriner zwar nach der kurzfristigen Absage von Xhek Paskali (81 kg) noch flugs Razmik Harutyunyan aus Hamburg herangeholt, aber leider vergessen, auch ihre Meldung zu korrigieren. So blieb dessen hart erkämpfter 2:1-Punktsieg über den Berliner Melvin Kahrimanovic für Traktors Ligabilanz leider ein Muster ohne Wert. Hertha erhielt im Halbschwergewicht quasi kampflos 2:0 Punkte gutgeschrieben.

Umso mehr durften die Fans mitreißende – offiziell gewonnene – Kämpfe von Nick Bier (64 kg), Bashir Idiev (69 kg), Artur Ohanyan (75 kg) und Igor Teziev (91 kg) bejubeln.

Für seinen Schützling Ohanyan freute sich Schwerins Stützpunkttrainer Michael Timm ganz besonders. „Gegen so einen ausgebufften Mann wie Hollands Olympiastarter Max van der Pas zu bestehen, das ist schwer. Aber das hat Artur hervorragend gemacht.“ Und der deutsche Mittelgewichtsmeister selbst freute sich: „Es geht sicherlich noch besser. Aber ich denke, ich habe heute gezeigt, dass ich sehr gut vorbereitet bin auf das Turnier der Sieger in zwei Wochen in Belgrad.“

Zum Glück schlug der Formfehler für die Traktor-Boxer nicht zu arg zu Buche. Sie blieben trotz des 11:12 in der Tabelle auf Rang zwei und Teamchef Jens Hadler durfte resümieren: „Wir haben uns im ersten Bundesligajahr gut geschlagen. Aber wir wollen mehr, wir wollen Meister werden. Wir werden also noch härter arbeiten und noch stärker zurückkommen.

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