Nibali demonstriert Macht

Vincenzo Nibali streift das Gelbe über – wie immer.
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Vincenzo Nibali streift das Gelbe über – wie immer.

Italiener beherrscht einmal mehr die Etappe und steht vor der Tour-Krönung / Tagessieg für den Polen Majka

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23. Juli 2014, 18:23 Uhr

Nach einer Machtdemonstration in den Pyrenäen ist Vincenzo Nibali der erste italienische Triumph bei der Tour de France seit 1998 kaum mehr zu nehmen. Der 29-jährige Sizilianer wehrte auf der Königsetappe der 101. Frankreich-Rundfahrt gestern nicht nur die halbherzigen Angriffe auf das Gelbe Trikot souverän ab, sondern distanzierte auf dem Schlussanstieg nach Saint-Lary Pla d'Adet auch noch seine größten Rivalen. Den Tagessieg auf der nur 124 Kilometer langen, aber mit vier schweren Bergwertungen äußerst schweren 17. Etappe sicherte sich der polnische Ausreißer Rafal Majka vor dem Italiener Giovanni Visconti. Nibali erreichte 46 Sekunden hinter Tagessieger Majka das Ziel.

Zuvor hatte er auf dem 10,2 Kilometer langen und im Schnitt 8,3 Prozent steilen Schlussanstieg seine größten Rivalen allesamt abgeschüttelt. Der Gesamtzweite Alejandro Valverde verlor 49 Sekunden auf Nibali, auch Frankreichs Hoffnung Thibaut Pinot büßte 54 Sekunden ein. Damit liegt Nibali vor der heutigen letzten schweren Pyrenäen-Etappe 5:26 Minuten vor Valverde. Dritter ist Pinot mit sechs Minuten Rückstand.

Nibali müsste schon wie Vorjahressieger Chris Froome und der zweimalige Champion Alberto Contador vom Rad fallen, um das Gelbe Trikot noch zu verlieren. Denn mit einer Schwäche ist auf den letzten 545,5 Kilometern bis nach Paris kaum mehr zu rechnen.

Tagessieger Majka fuhr drei Kilometer vor dem Ziel davon und gewann bereits seine zweite Etappe. Der Rest der Ausreißer hatte am Schlussanstieg kapitulieren müssen.

Eine ordentliche Vorstellung lieferte wieder der Tscheche Leopold König vom kleinen deutschen NetApp-Endura-Team ab. Der bereits von mehreren Teams umworbene 26-Jährige Tour-Debütant verlor 3:54 Minuten auf Majka und liegt auf Platz neun. Von den deutschen Fahrern war erwartungsgemäß nicht viel zu sehen – ausgenommen von Altmeister Jens Voigt, der sich zu Beginn der Etappe in einer Ausreißergruppe gezeigt hatte.

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