Velo Classico : Liebhaber, Helden und Genießer

Altes und Modernes: Beim Velo Classico werden wieder die unterschiedlichsten Bekleidungen zu sehen sein. 

Altes und Modernes: Beim Velo Classico werden wieder die unterschiedlichsten Bekleidungen zu sehen sein. 

Beim 2. Velo Classico rund um Ludwigslust darf man im September alles rund ums Fahrrad erwarten – außer sportlichen Bestleistungen

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14. August 2016, 09:00 Uhr

Neubrandenburg 200 Jahre wird das muskelbetriebene Zweirad schon alt. Schon 1978 starten die Rocker von Queen zum musikalischen „Bicycle Race“. „Nur Genießer fahren Fahrrad und sind immer schneller da...“, sangen die Pop-„Prinzen“ aus Leipzig. Genuss, Erlebnis, Gemütlichkeit stellt auch Detlef Koepke vor PS-Protzerei und sportlichen Ehrgeiz, wenn er im September zur 2. Velo Classico ruft. Ralph Schipke erfuhr von dem mecklenburgischen Zweiradmobilisten, wie zünftige Pedalritter in Ludwigslust an den Start gehen und was sie sonst rund ums Rad erwartet.

Was macht den Reiz aus, mit alten, gern auch historischen Fahrrädern durchs Mecklenburgische zu strampeln?
Unser Land hat einfach sehr viele und zudem wunderschöne Radstrecken zu bieten. Leider wissen viele Leute nicht, wie schön das Binnenland von Mecklenburg ist. Sich so eine Strecke per Rad zu erschließen, ist eine der tollsten Möglichkeiten, dieses Land kennenzulernen, weil der Pedalritter unterwegs viel mehr sieht. Dies dazu mit einem etwas anstrengenden, alten Gerät zu machen, ist eine ganz besondere Erfahrung. Sich dabei mit Gleichgesinnten zu verabreden, ein außergewöhnliches Erlebnis mitzuerleben, das zusammen macht wohl den besonderen Reiz aus.

Schon seit ewigen Zeiten werden Oldtimer-Rallyes oder Ausfahrten mit historischen Motorfahrzeugen veranstaltet. Gibt es mit muskelbetriebenen Zweirädern eine vergleichbare Tradition?
In Europa gibt es zwei ganz große Veranstaltungen, dieser Art. Die L’Eroica  – die sehr rennradlastige „Heldenhafte“ –  in Italien, die auf wunderbar ausgesuchten Strecken durch die Toskana führt. Und die sehr modeorientierte Anjou-Vélo-Vintage in Frankreich. In Deutschland ist es gerade im Wachsen, die alten Zweiräder wiederzuentdecken. Daher ist unsere Velo Classico im Norden noch etwas Besonders und doch schon teilnehmermäßig die größte Fahrradausfahrt dieser Art, die nun zum zweiten Mal stattfindet.

Bei der diesjährigen Velo Classico am 17. und 18. September rund um Ludwigslust sollte sich wer zur Helden-, Liebhaber- oder Genießer-Runde anmelden?
Bei der Genießer-Runde kann wirklich jeder mitmachen. Für sie wünschten wir uns von den Teilnehmern, sich etwas modemäßig zu orientieren. Es darf mit jedem Fahrrad, auch mit dem neuen Bike, gefahren werden. Bei den Runden von 89 beziehungsweise 149 Kilometern gibt es ein kleines Reglement. Die Räder müssten älter als Baujahr 1989 sein. Die Fahrer sollten in möglichst traditioneller Kleidung an den Start gehen. Bei der Helden-Runde empfehlen wir dann wirklich ein echtes Oldtimer-Rad mit klassischer Unterrohrschaltung. Manche starten auf dieser Tour sogar mit historischen Rennrädern, die gar keine Schaltung hatten und haben.

Warum findet die historische Radausfahrt nun gerade in und um Ludwigslust statt?
Weil wir wissen, dass in dieser Region viele historische und kulturelle Schätze schlummern. Wir möchten die Lewitz-Region gern Leuten aus Berlin oder Hamburg nahebringen. Dazu Ludwigslust mit seinem Barockschloss. 

Was wird außer den teils kostümierten Radfahrern entlang der Strecke rund um Rad und Region zu erleben sein?
Auf der Schlossstraße in Ludwigslust gibt es Stände, an denen etwa klassische Wolltrikots zu haben sein werden. Es wird einen Teilemarkt geben. Mit der Möglichkeit für Sammler oder Leute, die sich ein altes Fahrrad aufbauen, sich mit originalen Ersatzteilen zu versorgen. Musik, Ausstellungen – natürlich auch musealer Fahrräder –, Kulinarisches: ein schönes Fest rings ums Radfahren.

Bis wann können sich Kurzentschlossene noch melden, die vielleicht jetzt erst Omas oder Opas Velo aus dem Schuppen kramen und vielleicht noch mal die Kette ölen müssen?
Anmelden kann man sich im Prinzip bis fünf Minuten vorm Start. Auch noch am Sonnabendnachmittag oder Sonntag früh, um in den Sattel zu steigen und Landluft zu schnuppern.

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