Coronavirus-Pandemie : Pressestimmen zur Verschiebung der Olympischen Spiele

Die olympische Flagge weht am Sitz des Internationalen Olympischen Komitees in Lausanne. /KEYSTONE/dpa
Die olympische Flagge weht am Sitz des Internationalen Olympischen Komitees in Lausanne. /KEYSTONE/dpa

Internationale Pressestimmen zur Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees und von Gastgeber Japan, die Olympischen Spiele in Tokio auf das Jahr 2021 zu verlegen.

von
25. März 2020, 16:43 Uhr

GROSSBRITANNIEN:

«Daily Mirror»: «Mit Blick auf die Organisation, die für die Olympischen Spiele erforderlich ist, und die Tatsache, dass Tausende Japaner bereits ihr Leben darauf ausgerichtet hatten (und zwar noch bevor die 80.000 Freiwilligen mit dem Training beginnen sollten), ist die Verschiebung traurig. Aber die Entscheidung, die Spiele um ein Jahr zu verschieben, die der japanische Premierminister Shinzo Abe gestern angekündigt hatte, war lange überfällig.»

«BBC Sport»: «Plötzlich müssen die Trainingspläne neu geschrieben und die Spitzenleistungen neu geplant werden. Für einige bedeutet das, etwas länger auf ihr olympisches Debüt zu warten, und für andere bedeutet es, den Ruhestand um ein weiteres Jahr zu verschieben.»

«The Telegraph»: «Während viele um die Chance trauern werden, sich in diesem Sommer auf höchstem Niveau zu beweisen, gibt es auch viele, für die es sich als schwer erwiesen hätte, überhaupt in Tokio dabei zu sein.»

«The Guardian»: «Einige der Kopfschmerzen sind möglicherweise nicht so groß wie angenommen. Das IOC wird weiterhin Millionen an Rundfunk- und Sponsoreneinnahmen erzielen, solange die Veranstaltung weiter stattfindet, und ein Großteil davon wird an den Sport weitergegeben.»

SPANIEN:

«Marca»: «Die Olympischen Spiele, der Vergnügungspark des Sports, sind ein weiteres vom Coronavirus zerstörtes Ereignis.»

«AS»: «Die Nachricht war angesichts der aktuellen Situation natürlich notwendig. Aber sie betrifft auch eine beträchtliche Anzahl von Athleten, die dieses olympische Ereignis als eine ihrer letzten Gelegenheiten gesehen haben, um vor ihrem Rückzug Ruhm zu erlangen.»

«Mundo Deportivo»: «Inmitten dieser Weltkrise aufgrund des Coronavirus hätte sich das Internationale Olympische Komitee als Sportlokomotive etablieren müssen (...) und hat stattdessen wie immer spät und schlecht reagiert. Das IOC hat nicht nur eine großartige Chance verpasst, sein Image zu verbessern, sondern auch gezeigt, dass es eine Institution bleibt, die (...) mehr um ihre eigenen Interessen als um alles andere bemüht ist.»

FRANKREICH:

«Dernières Nouvelles d'Alsace»: «Dieses Mal hat sich glücklicherweise der gesunde Menschenverstand durchgesetzt. Es war in der Tat kein anderer Ausweg möglich - die Spiele waren erledigt.»

«L'Équipe»: «Die Unmöglichkeit, sie (die Spiele) im Juli abzuhalten, war offenkundig. Die Option, sie in den Herbst zu verschieben, wurde es auch. Keiner ist in der Lage, den Zustand der Erde für diesen Zeitraum vorherzusagen.»

SCHWEDEN:

SVT: «Terror und Boykotte konnten die Olympischen Spiele nicht verschieben - aber Corona.»

«Aftonbladet»: «Gegen Covid-19 ist nicht einmal das weltgrößte Sportfest immun. Aber mitten in der pechschwarzen Dunkelheit brennt die Olympische Fackel weiter. 2021 könnte die größte Sportparty der Welt jemals werden.»

DÄNEMARK:

«Jyllands-Posten»: «Historische Verschiebung von Olympia war eine notwendige Entscheidung. Der Entschluss musste getroffen werden. Jetzt ist Ruhe und die Athleten können sich auf die neue Situation einstellen.»

TV2: «Offiziell: Olympia 2020 verschoben. Das Olympische Feuer soll noch länger in Japan brennen.»

BELGIEN:

«De Morgen»: «Der leerste Sportsommer» (...) «Die Spiele sind in erster Linie ein gigantisches Geschäft, ein Geldtrog, von dem viele Akteure im Weltsport leben oder sich laben. (...) Das IOC darf sich eine ordentliche Feder dafür an den Hut stecken, dass es zu einem Ausgleich gekommen ist.»

«De Standaard»: «Eine Entscheidung zu einem gigantischen Preis» (...) Dass Tokio 2020 sich zu Tokio 2021 wandelt - der Name "Tokio 2020" bleibt allerdings erhalten -, wirft den gesamten internationalen Sportkalender über den Haufen und schafft drohende Interessenkonflikte auf verschiedenen Gebieten.»

«Le Soir»: «Das Coronavirus verschiebt die Olympischen Spiele von Tokio, aber tötet sie nicht.» (...) «Das IOC und die japanische Regierung haben die einzig mögliche Entscheidung getroffen und die Olympischen Spiele, das größte Sportereignis der Welt, verschoben. Der Druck war zu stark geworden.»

RUSSLAND:

«Sport-Express»: «Das Spiel ist aus. Positiv lässt sich aber sehen, dass bis zu Olympia 2021 nun mehr Zeit ist, endlich die Frage des Status des russischen Leichtathletikverbandes zu klären. Bis dahin heißt es: unablässig ackern.»

«Wedomosti»: «Das ist der Versuch eines Kompromisses zwischen Gefahr und Offenheit. Dass das Olympische Feuer in Tokio bleibt, ist wie ein Leuchtturm der Hoffnung in diesen unruhigen Zeiten.»

«Kommersant»: «Das wichtigste Sportereignis der Welt ist nun zum wohl bekanntesten Opfer des Coronavirus geworden. Es gab keinen anderen Ausweg.»

ITALIEN:

«Corriere della Sera»: Entscheidung zu Olympia überfällig

«Die Verschiebung der Olympischen Spiele ist historisch. Und sie ist eine kluge Entscheidung, die unnötige, langweilige und vom Griff nach Geld geprägte Diskussionen beendet. Der Sport kann es sich nicht leisten, aus dieser Zeit und Welt zu fallen. Vor allem, wenn in Krankenhäusern gestorben wird, wenn Familien, die über die ganze Welt verstreut sind, leiden. Die Olympischen Spiele sind Freude, Wettkampf, Rekorde, Medaillen, aber sie müssen zum richtigen Zeitpunkt stattfinden. Falsches Timing bedeutet, "brutta figura", einen schlechten Eindruck, zu hinterlassen. Gestern hat der olympische Sport dies vermieden.»

ÖSTERREICH:

«Kurier»: «Nach Politik und Terror ist ein Virus der Spiele-Verderber»

«Die Presse»: «An der Verschiebung der Sommerspiele in Tokio gab es ob der Coronavirus-Krise kein Umhinkommen. So sehr sich Japan und das Internationale Olympische Komitee zum täglich wachsenden Unmut der Sportwelt dagegen verwehrt haben: Keine andere Entscheidung als der sporthistorische Schritt ist sinnvoll.»

TSCHECHIEN:

«Pravo»: «Trauer und Erleichterung - die Olympischen Spiele werden verschoben! Sportler auf der ganzen Welt bedauern, dass sie in diesem Jahr um diesen Höhepunkt ihrer Karriere gebracht werden, aber sie begrüßen zugleich, dass nun nach wochenlangen Spekulationen endlich Klarheit herrscht.»

«MF Dnes»: «Ein historischer Augenblick. Die Olympischen Spiele in Tokio sind verschoben worden. Die neue Herausforderung heißt nun: 2021. Die überflüssige, geradezu naive Hinhaltetaktik ist beendet.»

«aktualne.cz»: «Pandemien, Kriege, Terroristen oder der wütende Vulkan Vesuv: Manchmal müssen selbst die Olympischen Spiele zurückstecken.»

UNGARN:

«Magyar Nmezet» (Budapester Tageszeitung, regierungsnah): «Das IOC hatte keine andere Wahl»

USA:

«Washington Post»: «Die Spiele in Tokio zu verschieben war richtig, auch wenn es herzzerreißend ist.» «Los Angeles Times»: «Das IOC trifft schließlich die kluge Entscheidung, die Olympiade in Tokio zu verschieben.»

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen