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Turnier in Göteborg : Ungewöhnliches Springreiter-EM-Duell: Vater gegen Sohn

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Mit drei Neulingen startet das deutsche Team in die Europameisterschaft der Springreiter in Göteborg. Für einen ist das Debüt noch aus einem anderen Grund besonders.

svz.de von
erstellt am 22.Aug.2017 | 10:35 Uhr

Dieses Duell ist einzigartig. Vater und Sohn treten bei der EM der Springreiter in Göteborg in verschiedenen Teams gegeneinander an.

«So etwas gab es ja noch nicht», sagt Maurice Tebbel: «Das ist irgendwie lustig.» Der 23-Jährige reitet in der deutschen Nationalmannschaft - und der Papa für die Ukraine.

Seit 2015 startet René Tebbel für das osteuropäische Team. Mit dem deutschen Verband war der 48-Jährige nicht immer zufrieden. Etwa 2005, 2006 und 2007, als er jeweils die deutsche Meisterschaft gewann, aber nicht für EM oder WM nominiert wurde. Jahre später erhielt er «ein gutes Angebot» vom ukrainischen Millionär Alexander Onischtschenko. Zunächst als Trainer der Nationalmannschaft, dann auch als Reiter.

Vor einem Jahr erfüllte sich sein Traum. René Tebbel ritt bei den Olympischen Spielen. Er kam im Einzel auf Platz 19. «Das war der Hammer», sagt Tebbel senior, der im niedersächsischen Emsbüren einen Reitstall und eine Zuchtstation betreibt.

Noch nervöser als damals in Rio de Janeiro ist er jetzt vor der Europameisterschaft in Göteborg. «Na klar bin ich aufgeregt, vor allem wegen meinem Sohn», gibt René Tebbel zu. Die Prioritäten des Vaters sind klar. «Ich konzentriere mich vor allen auf Maurice», betont Tebbel senior. Erst danach kommt das zusammengewürfelte Team der Ukraine, für das mit Ulrich Kirchhoff ein zweiter deutscher Reiter startet.

Der Papa ist von Anfang an der Trainer von Maurice und war es auch im Juli beim CHIO in Aachen, als der Sohn zum siegreichen Quartett gehörte. Mitten drin im deutschen Tross war René Tebbel, der half, wo er konnte. «René ist ein absoluter Teamplayer», lobt Bundestrainer Otto Becker.

René Tebbel ist nicht nur Trainer des Sohnes, sondern auch Besitzer des Pferdes Chacco's Son. «Ich muss meinem Vater ein großes Danke sagen», betont der Junior, weil der das Pferd nicht verkauft. Maurice Tebbel kennt das Geschäft und weiß um den Millionen-Wert von Weltklasse-Pferden. Der 23-Jährige sagt: «Es ist schwierig, Nein zu sagen und ihn zu halten.» Bei einem erfolgreichen EM-Debüt dürfte der Wert des Hengstes noch steigen.

Maurice Tebbel gilt als eines der größten Talente, gewann 2012 bei der U18-EM Einzel-Gold und zwei Jahre später Team-Gold bei der U21-EM. Zur siegreichen Mannschaft gehörte damals auch Laura Klaphake aus Steinfeld. Jetzt in Göteborg gehört die 23-Jährige mit Catch Me If You Can ebenfalls zum Team.

Sein Debüt gibt auch Philipp Weishaupt aus Riesenbeck mit Convall. EM-Erfahrung hat der 32-Jährige bisher nur als Ersatzmann gesammelt. Einziger Routinier ist der 43 Jahre alte Marcus Ehning aus Borken mit Pret A Tout. «Es ist so ein bisschen Jugend forscht», sagte Dennis Peiler, Sport-Chef der deutschen Reiterlichen Vereinigung, zu dem jungen Team. «Wir sind froh, dass sich eine neue Generation anbietet.»

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