Springreiten : Erstmals geht Titel in den Osten

Sektdusche für den Sieger:  Holger Wulschner genießt die Siegerehrung mit Felix Haßmann (r.).
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Sektdusche für den Sieger: Holger Wulschner genießt die Siegerehrung mit Felix Haßmann (r.).

Holger Wulschner macht den 9. November noch unvergesslicher und sichert sich den Gesamtsieg in der Riders Tour

Auf den Tag genau 25 Jahre nach dem Mauerfall kommt der Rider of the Year aus dem Osten. Holger Wulschner aus Groß Viegeln vor den Toren Rostocks konnte gestern in der Olympiahalle in München über den bislang krönenden Höhepunkt seiner reiterlichen Laufbahn jubeln. Die super Nullrunde mit BSC Cavity im ersten Umlauf des Großen Preises der Deutschen Kreditbank in München sicherte dem Mecklenburger Reiter den Titel. Er führte die DKB-Riders-Tour von der ersten Etappe in Hagen über das Hamburger Derby, das Pfingstturnier in Wiesbaden, das Turnier der Sieger in Münster, der Paderborn Challenge bis zur sechsten Etappe mit der Finalprüfung am Wochenende in München.

Beinahe wäre aufgrund eines Reitunfalls an voriger Woche die Mission Tour-Gewinn noch gescheitert. Aber mit blauen Flecken und vielen Schmerztabletten legte Wulschner eine blitzsaubere Runde hin. Als Holger Wulschner in den Parcours in der stimmungsgeladenen Halle einritt, wurde er vom Sprecher mit dem Namen der vor ihm ausgefallenen Reiterin Pia-Katharina Beeking angekündigt. „Die hätten zu mir auch Beate sagen können. In dem Moment war die Anspannung bei mir so groß, dass ich das gar nicht mehr wirklich mitbekommen habe“, sagt Wulschner nach seinem Ritt. „Ich war schon aufgeregt. Das war doch ein ganz besonderer Ritt. Aber wir haben auch im Training alles richtig gemacht. Cavity sprang super, er war zum richtigen Zeitpunkt topfit“, freut sich Wulschner.

„Zwei Tage hat mir das Pferd hier geholfen. Heute konnte ich endlich wieder zumindest für 50 Prozent aktiv werden. Ich weiß, das Stechen bin ich sehr frech geritten, aber den Titel hatten wir ja schon.“

Jeden Sprung mitgeritten ist auch seine Ehefrau Astrid. Sie stand am Einritt und war aufgeregter als ihr Mann. Bei jedem Hindernis ging sie in die Knie, um über den Sprung zu kommen. „Ich bin so froh, vor allem, dass Holger doch reiten konnte. Er musste antreten, ohne Finale gibt es keinen Titel. Da hätte auch der Punktevorsprung nichts genützt“, berichtet Astrid Wulschner, die die Rückfahrt nach Groß Viegeln mit dem LKW und den beiden Pferden gemacht hat. Wulschner selbst musste schnell zum Flieger, denn er hatte am Sonntagabend noch einen Auftritt im NDR-Sudio Hamburg. Keine Zeit also, den Sieg groß zu feiern, jedenfalls nicht gestern.

Der größte Kontrahent vor der letzten Etappe, Toni Haßmann (Wedel), verschenkte mit zwei Abwürfen nicht nur die Chance, den Titel zu holen, sondern er musste seinem jüngeren Bruder Felix Haßmann (Lienen) den Vortritt auf das Siegertreppchen lassen. Auf den zweiten Podestplatz bei der DKB-Riders-Tour vorgeritten ist Carsten-Otto Nagel (Wedel) mit seinem Derby-Spezialisten Lex Lugar. „Es war ein richtig schwerer Parcours, aber mein Pferd ist toll gesprungen, es ist alles gut gelaufen. Eigentlich wollte ich nur den dritten Platz sichern, denn einige saßen mir schon im Nacken. Es hat sich gelohnt, hierher zu kommen“, lobt Nagel das Turnier in München und die Riders-Tour.

Turnierveranstalter Volker Wulff konnte freudig verkünden, dass es die DKB-Riders-Tour auch im nächsten Jahr wieder geben wird, nur die einzelnen Etappen wollte er noch nicht genau definieren.


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