Springreiter Holger Wulschner : Ein Nordostdeutscher in Spanien

Abwechslung: Ein Mal in der Woche war der Strand am Mittelmeer freigegeben für die Pferde.  Fotos: Andreas Pantel
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Abwechslung: Ein Mal in der Woche war der Strand am Mittelmeer freigegeben für die Pferde. Fotos: Andreas Pantel

Springreiter Holger Wulschner aus Groß Viegeln vor den Toren Rostocks war erfolgreich bei der Mediterranen Equestrian Tour in Oliva

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15. April 2015, 11:50 Uhr

Das war ein Ritt! Aber nicht auf einem Pferd. Springreiter Holger Wulschner machte sich vor drei Wochen auf in den sonnigen Süden. Der „Rider of the Year 2014“ nahm bereits im vorigen Jahr an der MET, der Mediterranen Equestrian Tour, in Oliva in Spanien teil – so auch in diesem Frühjahr.

Am 13. März brachten Holger Wulschner und seine Frau Astrid junge Pferde mit dem 500 PS starken Transporter über 2600 Kilometer an die Küste zwischen Valencia und Alicante. Mit dem „18,75 Meter langen Geschoss“ aus dem 26-Tonner und dem 12-Tonner-Anhänger übernachteten sie – und ihre Pferde natürlich – auf dem Hinweg in Villingen-Schwenningen und dann noch einmal in Nimes, rund 200 Kilometer vor der spanischen Grenze. Sicher chauffierte Wulschner seine Pferde an den Küstenort Oliva, in dem sich seit Jahren Reiter aus der ganzen Welt treffen, um ihre Pferde auf die grüne Saison vorzubereiten. Aber auch, um Weltranglistenpunkte zu sammeln.

„Das beides war auch für mich der ausschlaggebende Grund, diese Tour auf mich zu nehmen“, sagt Holger Wulschner. „Bereits im vorigen Jahr hatte ich so die beste Vorbereitung. Und die Entscheidung war wieder richtig. Es wurde mit der Zeit sonnig und warm und wir konnten sowohl auf Sand- als auch auf dem Rasenplatz reiten“, erzählt Wulschner. Und immerhin waren es zeitweise 25 Grad im Schatten – da kommt man mit einer gesunden Gesichtsbräune zurück. „Ich bekomme Fotos aus Deutschland. Bei uns liegt Schnee!“, sagte Wulschner in Spanien und zückte sein Handy mit der Bildnachricht.

„Zwei Mal habe ich gesiegt und in jedem Weltcupspringen war ich platziert“, resümiert Wulschner. Dazu kamen zahlreiche Platzierungen in den drei unterschiedlichen Touren. Auch seine Frau Astrid hatte mehrfach gesiegt und sich platziert. Die beiden hatten aufgehört, die Platzierungen mit ihren insgesamt 12 Pferden zu zählen.

Der Mecklenburger machte fast den gleichen Trip von Deutschland aus noch einmal. Er nahm vom 19. bis 22. März noch mit seinen besten Pferden an den Löwen Classics in Braunschweig teil und machte sich von dort aus in der Nacht um 3 Uhr auf dem Weg nach Oliva. Das waren dann „nur“ noch 2300 Kilometer.

Und wieder fuhr der Reiter seine Pferde allein. „Wir haben insgesamt reduziert – an Pferden und Personal. Wir wollen nicht mehr ganz so viel reiten. Irgendwie haben wir noch nie so richtig etwas vom Leben gehabt. Es muss alles auch noch ein wenig Spaß machen“, sagt Wulschner.

Die Tour hatte er mit rund 23 000 Euro Kosten kalkuliert. „Das hat alles gepasst“, freut sich Wulschner, da kein Minus geblieben ist. Das Preisgeld hat gereicht, denn die Springen dort sind sehr gut dotiert.

Zum Lagerleben gehörte natürlich nicht nur das Reiten im Parcours: Entspannte Ritte am Mittelmeerstrand waren der Ausgleich für die harte Arbeit. Für die große Wäsche war extra eine Waschmaschine auf dem Pferdeanhänger an Bord. Und natürlich saß man mit anderen zusammen, klönte, machte sich auf zum Paella-Essen – ein wenig spanisches Essen gehörte genauso dazu wie eine Sangria oder ein Gläschen Veterano am Abend.

Sonntagnacht, nach dem letzten Ranglistenspringen, in dem Holger auf Cavity mit Platz sechs bester Deutscher war, machte sich Familie Wulschner wieder auf gen Norden. Gestern Nacht kamen sie auf der heimischen Anlage in Groß Viegeln wohlbehalten an und tauschten endlich das Bett im Wohnabteil des Transportes mit dem gewohnten zu Hause.

Aber eine lange Pause gibt es nicht. Bereits am Wochenende unterrichtet Holger Wulschner Nachwuchsreiter der DKB-Serie „Reiten bei den Stars“, bevor er schon am Wochenende darauf in Hagen wieder um Punkte in der DKB-Riders-Tour antreten wird.

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