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Springreiter André Thieme : Der 1-Million-Dollar-Mann

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Springreiter André Thieme reist erneut in die USA – dort sahnte der dreifache Derby-Sieger im Vorjahr mächtig ab

André Thieme geht seinen eigenen Weg. Dieser führt ihn dieser Tage einmal mehr vom beschaulichen Plau am See nach Florida und Kalifornien – und vielleicht sogar zum Debüt bei einer Europameisterschaft. Beim EM-Heimspiel im August in Aachen will der 39 Jahre alte Springreiter erstmals bei einer Großveranstaltung zur deutschen Equipe gehören. „Die Chance ist definitiv da“, sagt Thieme. „Wir sind letztes Jahr schon in den A-Kader gekommen und waren schon nah dran“, sagt der Reiter im Rückblick auf die verpasste WM. „Wir haben schon bewiesen, dass wir Fünf-Sterne-Grand-Prix' und Nationenpreise reiten können. Und wir werden neue Chancen bekommen.“ Bevor die Freiluft-Saison in Europa beginnt, macht er aber erst einmal einen sechs Wochen dauernden Umweg über die USA.

Anders als die etablierten Reiter der deutschen Spring-Elite hat Thieme auf die Weltcup-Saison in der Halle verzichtet. Stattdessen reist er in dieser Woche in die Sonne. Urlaub ist es trotz des schönen Wetters mit rund 20 Grad nicht. „Das wird eine Menge Pendelei“, sagt Thieme, der in Florida und Kalifornien starten will. Bei einigen Turnieren trifft er auf die gebürtige US-Amerikanerin Meredith Michaels-Beerbaum, die in den ersten Monaten des Jahres oft in ihrer alten Heimat reitet.

Thieme hat mit seinen US-Touren gute Erfahrungen gemacht und sich zu einer Art Eine-Million-Dollar-Spezialist entwickelt. 2011 gewann er mit Aragon Rouet in Saugerties/New York und im vergangenen Jahr mit Contanga in Ocala die ungewöhnlich hoch dotierten Großen Preise. Im März will es Thieme in Thermal und Ocala erneut versuchen. „Ich verbinde das Vergnügen mit dem Nützlichen“, sagt der Reiter, der anderthalb Jahre in den USA gelebt und gearbeitet hat. Ein wichtiges Standbein seiner Pferdesport-Existenz ist für den Mecklenburger der Handel. Die US-Tour ist für ihn „Kundenpflege und zugleich ein wunderbarer Start in die Grüne Saison durch die tollen Gewinnmöglichkeiten“.

Der Bundestrainer schätzt das eigenwillige Vorgehen des dreimaligen Siegers im Derby von Hamburg. „Ich finde es gut, wenn Reiter ihren eigenen Weg finden. Da kann man sich weiterentwickeln“, sagt Otto Becker: „In den USA boomt der Reitsport, da wird investiert. André hat sich da etwas aufgebaut.“

Thieme gehört mit seinen Pferden Contanga und Conthendrix zum achtköpfigen A-Kader, aus dem Becker sein EM-Quartett auswählen will. „Wir haben ihn einige Male zu den schweren Nationenpreisen mitgenommen, da hat er sich gut präsentiert“, sagte der Bundestrainer.

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