Ruder-EM in Racice : Ocik & Co. überragend zum Gold

Zum fünften Mal in Folge Europameister: der Deutschland-Achter mit Hannes Ocik (Zweiter von rechts) nach getaner Arbeit im Ziel.
Foto:
Zum fünften Mal in Folge Europameister: der Deutschland-Achter mit Hannes Ocik (Zweiter von rechts) nach getaner Arbeit im Ziel.

Fünfter EM-Titel in Folge: Deutschland-Achter mit Rostocker Beteiligung deklassiert die Konkurrenz . Julia Leiding und Carlotta Nwajide sind stolz auf Platz vier.

svz.de von
28. Mai 2017, 20:30 Uhr

Überragend: Mit einem die Gegnerschaft geradezu deklassierenden Start-Ziel-Sieg ist der Deutschland-Achter am Sonntag im tschechischen Racice zum fünften Mal hintereinander Ruder-Europameister geworden. Nach 5:28,03 Minuten mit über einer Bootslänge bzw. 2,88 Sekunden Vorsprung vor den Polen kaum im Ziel eingetroffen, tauchten Hannes Ocik & Co. erst mal ihre Waden zur Abkühlung in den Ruderkanal.

„Wir konnten uns zum Vorlauf nochmals steigern und das umsetzen, was wir uns vorgenommen hatten. Für heute können wir den Sieg genießen, aber ab morgen gilt es volle Konzentration auf den Weltcup in drei Wochen in Poznan“, sagte der für die Schweriner Rudergesellschaft von 1874/75 startende Rostocker.

Der Schlagmann aus MV holte den Titel gemeinsam mit Johannes Weißenfeld (Herdecke), Felix Wimberger
(Passau), Maximilian Planer (Bernburg), Torben Johannesen (Hamburg), Jakob Schneider (Essen), Malte Jakschik (Castrop-Rauxel), Richard Schmidt (Trier) sowie Steuermann Martin Sauer (Berlin).

Julia Leiding (Rostocker Ruder-Club von 1885) und Carlotta Nwajide (Deutscher RC von 1884 Hannover) hatten im Doppelzweier am Sonnabend mit dem Sieg im Hoffnungslauf ihre EM-Aufgabe, ins A-Finale einzuziehen, sicher erfüllt. „Es war noch mal besser als im Vorlauf (wo die beiden nach 1000 Metern in Führung lagen – d. Red.). Das kleine Ziel haben wir erst mal erreicht. Morgen wollen wir befreit an die Sache herangehen und schauen, was geht. Es sind noch ein paar Körner übrig“, hatte Julia Leiding angekündigt – und dann suchten die deutschen Mädchen gestern ihr Heil in der Flucht, hängten die Konkurrenz anfangs beinahe ab, lagen bei 500 Metern 1,51 und nach der Hälfte der Strecke noch 1,33 Sekunden vor dem Zweiten. Nach 1500 m waren Leiding/Nwajide allerdings auf Rang vier zurückgefallen – dabei blieb’s hinter den Gastgeberinnen, den Niederlanden und Italien. Aber beide haben ja noch alles vor sich: Julia wurde am Freitag gerade erst 23, und Carlotta ist noch nicht mal 22! Und so hielt sich die Traurigkeit über die verpasste Medaille in Grenzen. „Die ersten 1300 Meter waren richtig stark, doch ab da fängt die Elite an, einen draufzulegen. Hier haben uns sicher noch einige Ruder-Kilometer gefehlt. Aber wir können auf den vierten Platz stolz sein, weil niemand damit gerechnet hat“, so Julia.

„Hut ab, wie sie losgefahren sind. Schade, dass das nicht belohnt wurde“, sagte René Burmeister. Dennoch, so der Olympiastützpunkt-MV-Trainer, „ist Platz vier super, auch wenn sich das immer undankbar anhört. Sie haben auch hinten heraus immer weiter gekämpft und dürfen sich auf die Schultern klopfen.“

Neben dem Männer-Achter holte gestern auch der Doppelvierer der Frauen mit Daniela Schultze (Potsdam), Charlotte Reinhardt (Dorsten), Frauke Hundeling (Hannover) und Frieda Hämmerling (Kiel) den EM-Titel. Die Leipzigerin Annekatrin Thiele gewann Bronze im Einer.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen