Leichtathletik : Novum mit den Prüfer-Brüdern

Können sich über einen gelungenen „Bruderkampf“ bei der DM in Nürnberg freuen: Henning (l.) als Sechster und Clemens Prüfer mit Platz sieben.
Können sich über einen gelungenen „Bruderkampf“ bei der DM in Nürnberg freuen: Henning (l.) als Sechster und Clemens Prüfer mit Platz sieben.

Deutsche Leichtathletik-Meisterschaft: Henning mit seiner besten Platzierung, klasse Premiere für Clemens.

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23. Juli 2018, 21:00 Uhr

Die Hartings, ein großer Name in der Werferszene, und ein mit Hoffnungen verbundener, Prüfer, sorgten für ein Novum: Erstmals bei 118 deutschen Meisterschaften standen am Wochenende gleich zwei Bruderpaare im Endkampf des Diskuswettbewerbs.

Was die Deutsche Presseagentur dpa herausgefunden hat, war das angestrebte Ziel beider Werferfamilien. Nur die Ambitionen freilich waren unterschiedlich. Für die Berliner Olympiasieger Robert und Christoph Harting ging es in Nürnberg knallhart um den Titel und die begehrten EM-Tickets. Auch die aus Güstrow stammenden Prüfer-Brüder hatten zwei Gedanken. Clemens, der Jüngere (20), strebte bei seiner ersten Teilnahme an den Titelkämpfen der Aktiven die Runde der besten Acht an. Der 22-Jährige Henning wiederum wollte unbedingt seine bisherige Bilanz (Plätze 8, 7, 9) verbessern, und zugleich schon mal ein Signal an die Etablierten aussenden.

Letzteres Vorhaben klappte nicht, mit zwei Metern Rückstand und mehr konnte er die Medaillenaspiranten nicht wirklich jucken. Immerhin: Bereits mit seinem ersten Versuch (58,98m) sicherte sich Henning, zuletzt immer wieder mit doch einigen Fehlwürfen aufwartend, unter den 17 Teilnehmern weitere fünf Versuche. Das schaffte am Ende auch Clemens, der jedoch mit zunächst 56,04m noch zittern musste. Am Ende steigerte sich Henning als Sechster der Konkurrenz auf 60,74 Meter und Clemens sicherte sich mit 59,83 Metern Rang sieben.

Die Weiten verdeutlichen aber auch, wie groß der Abstand nach vorne noch ist – und wie wenig Gegenwehr es „von unten“ gab. Mit den Platzierungen seiner Schützlinge war Trainer Jörg Schulte denn auch zufrieden. „Hätte Henning nicht so gerockt, wäre bei ihm auch mehr Weite drin gewesen“, bemängelte der Coach einen recht unrunden Bewegungsablauf des 22-Jährigen. „Ja, ich wollte halt gerne die da ,oben’ etwas ärgern. Das hat leider nicht geklappt“, ärgerte sich am Ende Henning selbst über etwas zu viel Motivation im Ring. Auch Clemens wirkte nach seinem letzten Versuch etwas bedrückt: Die angepeilte 6 als erste Ergebniszahl war knapp verfehlt. „Ich hatte gehofft, dass es etwas weiter ging. Das war auch machbar, denn der Ring war gut“, schätzte Clemens selbstkritisch ein.

Die Premiere mit zwei Bruderpaaren im Endkampf wird zugleich auch das auf wohl lange Sicht letzte Ereignis solcher Art gewesen sein. Bekanntlich will London-Olympiasieger Robert Harting seine Karriere beenden. Ob es ein glückliches Ende wird? Mittwoch will der Bundesausschuss Leistungssport nach zahlreichen Vorab-Nominierungen sein finales Aufgebot für die Europameisterschaft in Berlin (7. bis 12. August) bekannt geben. Während Rio-Sieger Christoph, mit 66,98 Metern überlegener Deutscher Meister 2018, bereits nominiert wurde, muss Robert Harting, mit 63,92 Metern „nur Dritter“ hinter dem Wattenscheider Daniel Jasinski (64,82m), bangen.

Ohne Start in Nürnberg bereitet sich derweil Tom Gröschel schon auf die EM vor. Der Deutsche Marathonmeister 2018, wie die Prüfers im LAC Mühl Rosin sportlich groß geworden, hatte sich mit seinem überraschenden Titelgewinn bereits das Ticket für den Teamwettbewerb am 12. August gesichert.

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