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Stefan Nimke bei den Paralympics : Neuland für den Routinier

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mit Tandem-Partner Kai Kruse gibt Stefan Nimke morgen Paralympics-Debüt auf den ungewohnten 4000 m

von
erstellt am 07.Sep.2016 | 08:00 Uhr

Der Schweriner Stefan Nimke hat im Bahnradsport jede Menge erlebt. Vier Olympische Spiele, von denen er Gold, Silber und zweimal Bronze heimbrachte. Sechsmal war er Weltmeister, zweimal Europameister. Und acht WM-Bronzemedaillen hat er auch noch gesammelt.

Was ihm morgen allerdings bevorsteht, ist selbst für den 38 Jahre alten Haudegen Neuland. Zusammen mit seinem stark sehbehinderten Hintermann Kai Kruse gibt er in Rio auf dem Tandem sein Paralympics-Debüt. Und das obendrein in der für ihn als Spezialist für Teamsprint und 1000 Meter ungewohnten 4000-Meter-Verfolgung.

Lange gab es hinsichtlich dieser Strecke in den Überlegungen des Tandem-Duos, das über die 1000 Meter als WM-Dritter 2015 und WM-Vierter 2016 zum Kreis der Mitfavoriten gehört, ein Hin und Her: Fahren oder doch lieber weglassen? Erst vor Ort haben sie sich endgültig entschieden. „Wir fahren nun doch die 4000 Meter und nehmen sie als eine Art Vorbelastung“, berichtete Stefan per WhatsApp: „Da können wir noch mal den Startablauf üben. Es gab bis jetzt nämlich keine Möglichkeit, aus einer Startmaschine zu fahren. Sehr doof. Außerdem: Wenn der erste Wettkampf vorbei ist, dann ist die Nervosität etwas weniger.“

Auch das Einzelzeitfahren auf der Straße bleibt derzeit noch auf dem Plan. Chancen rechnen sich die Kurzzeit-Spezialisten auf diesen langen Kanten keine aus. „Das kann bei der Art unseres Trainings gar nicht anders sein. Kai hat bei den Paralympics 2012 noch Silber im Rudern gewonnen. Erst danach stieg er aufs Rad. Er konzentriert sich logischerweise voll auf das Sprinttraining, während ich wie seit Kindertagen auch längeres Straßentraining mache. Aber wenn wir schon mal hier sind, wollen wir auch alle Startmöglichkeiten ausschöpfen“, so Nimke.

Auf die leichte Schulter nehmen beide die 4000 m dennoch nicht. So verzichten sie auf die Eröffnungsfeier, die in der kommenden Nacht (unserer Zeit) wie schon vor fünf Wochen die Olympia-Eröffnung das weltberühmte Maracana-Stadion rocken wird. „Einmarschieren werden wir nicht. Es ist ja nicht genau absehbar, wieviele Stunden man da rumsteht. Und am nächsten Tag ist ja dann Wettkampf/Training.“

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