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Sportler aus MV bei den Paralympics : Nächster Teil im „Sister Act“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Nach Doppel-Gold in London 2012 holen Brussig-Zwillinge in Rio beide Judo-Silber

svz.de von
erstellt am 09.Sep.2016 | 21:00 Uhr

An Fügung glaubt Ramona Brussig nicht. „Das hat sich einfach so ergeben. Das haben wir vorher auch nicht abgesprochen. Das sind Zufälle“, sagte die 39-Jährige mit einem Schmunzeln. Doch an Zufall mag man kaum glauben. Zwar klappte es nach London 2012 diesmal nicht mit Teil zwei des goldenen „Sister Act“ – doch auch diesmal waren die Zwillingsschwestern in ihrem Erfolg vereint.

Dass auch die Einschätzungen über Silber bei den sehbehinderten Athletinnen aus Schwerin fast deckungsgleich waren, überraschte deshalb wenig. „Ich freue mich schon, ärgere mich aber auch“, sagte Ramona nach ihrer deutlichen Final-Niederlage gegen die Französin Sandrine Martinet. Und die um ein paar Minuten ältere Carmen fügte nach der Frage über ihre Gefühle an: „Das ist gemischt, aber natürlich freue ich mich.“ Sie hatte gegen die Chinesin Li Liqing klar verloren.

Ramona und Carmen sind ein Herz und eine Seele. Schon bei den Spielen 2012 in London waren sie innerhalb von 20 Minuten Paralympics-Siegerinnen geworden – erst Carmen, dann Ramona. Das Band zwischen den beiden ist stärker als zwischen vielen anderen Geschwistern. In London hatte sich Carmen über ihren Triumph gar nicht so richtig freuen können, „ich musste ja erst mal Ramona anfeuern“. Erst, als auch diese gewonnen hatte, sei „gleich doppelt alles von mir abgefallen“.

Dass Ramona auch in Rio knapp eine Stunde nach Carmen ihr Finale bestritt, war schon von Geburt an vorgezeichnet. Ramona war immer schon ein kleines bisschen größer und schwerer. Und selbst wenn der Unterschied nicht reichte, um von Natur aus verschiedenen Klassen zugeordnet zu werden, sind sie immer getrennt gestartet. „Wir beide zusammen in einer Gewichtsklasse und möglicherweise dann noch gegeneinander, das geht gar nicht“, sagte Ramona einmal. „So wie wir sonst im Leben alles zusammen machen, so sind wir uns da – und nur da – immer aus dem Weg gegangen“, ergänzte Carmen.

Der Kontakt ist eng, auch wenn Carmen in der Schweiz und Ramona in Schwerin lebt. „Ein Privatleben kann man nicht teilen. Aber sonst teilen wir praktisch alles“, berichtete Ramona. Auch die nächsten Tage werden sie gemeinsam verbringen. Erst feuern sie noch die Judo-Männer an, dann werden sie bis zum 19. September Rio genießen.

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