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Teterower Bergring : „Habe den Champion geschlagen“

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Rand-Kieler Stephan Katte gewinnt überraschend das Hauptrennen auf dem Teterower Bergring vor „Platzhirsch“ Enrico Janoschka

von
erstellt am 25.Mai.2015 | 22:00 Uhr

„Ich habe den Champion geschlagen!“ Bei diesem Satz grinst Stephan Katt bis an die Ohren. Minuten zuvor hatte der 35-Jährige aus Neuwittenbek vor den Toren Kiels beim letzten Lauf des 95. Teterower Bergringrennens für eine faustdicke Überraschun gesorgt. Mit einem Vorsprung von 30 Metern und zusätzlich drei Sekunden war der „Catman“, wie er gerufen wird, ins Handicaprennen um den Bergringpokal gestartet. Bei der Zieldurchfahrt waren von diesem komfortablen Polster noch 0,259 Sekunden übergeblieben. Nur wenige Rennmeter fehlten dem Teterower Seriensieger Enrico Janoschka aus Güstrow, um sich einen weiteren Erfolg zu sichern. „Ich wusste, wenn einer so knapp hinter mit ist, das kann nur ,Ricky‘ sein. Der hat hier auf dem Bergring Hörner auf dem Feld. Es gibt keinen anderen, der hier so hart fährt – und damit meine ich keineswegs, dass es unfair ist. Aber mit guter Freund ist in Teterow sehr ehrgeizig, geht ans Limit und darüber hinaus. Und vor allem ist er hier fahrerisch deutlich besser als ich. Umso schöner ist das Gefühl, gegen ihn gewonnen zu haben!“

Der knapp geschlagene Janoschka nahm die Niederlage relativ gelassen: „Es ist nun einmal so. 100 Meter mehr, und ich hätte ihn gehabt. Aber ich gönne Stephan den Sieg und bin auch so mit diesem Wochenende sehr zufrieden“, kommentierte der 39-Jährige den Rennverlauf nicht nur des letzten Finales, sondern des gesamten Wochenendes.


Packende Läufe an beiden Tagen


An dem war der Güstrower einmal mehr der dominierende Mann. Im ersten Punktlauf am Sonnabend landete er einen klaren Sieg, musste sich dann aber zum Tagesabschluss nach packendem Kampf im „Lauf der Nationen“ dem Tschechen Antonin Klatovsky knapp geschlagen geben. So war auch der Einlauf beim ersten Punktlauf am Sonntag, in dem sich beide vier Runden lang quasi Rad an Rad beharkten. Dafür wurde sowohl der neugeschaffene Carl-Schröder-Pokal, dieser Lauf ist nur deutschen Fahrern vorbehalten, genauso Janoschkas Beute wie das erste Hauptrennen, das Finale um das Grüne Band. Diesen Pokal sicherte sich der selbstständige Fuhrunternehmer bereits zum fünften Mal.

Allerdings musste er darum so hart kämpfen wie schon lange nicht mehr. Ein Geburtstagskind, das schon seit gefühlten Jahrzehnten Stammfahrer auf dem Bergring ist und bislang erfolglos auf einen großen Sieg hofft, schien diesmal seine Träume zu verwirklichen: Matthias „Matten“ Kröger. Der „Schwarze Mann aus Bokel“ lag vier Runden in Führung, hatte aber den Lokalmatadoren stets im Nacken. Schließlich packte sich Janoschka in der Nordkurve, nach rund 8 von insgesamt rund 9,4 Kilometern, seinen Kumpel und feierte den Sieg. Dass die beiden sich außerhalb des Renngeschehens gut verstehen, zeigt die Tatsache, dass Kröger auf der Ehrenrunde sein Motorrad abstellte und Janoschka ihn – quasi als Taxifahrer – auf seiner Maschine mitnahm. „So ein Renntag ist sehr anstrengend“, bekannte der jetzt 46-jährige Kröger nach der Siegerehrung für diesen Lauf, zu der er mit einem Mini-Motorrad angefahren kam.

Bei den Moto-Crossern erlebten die offiziell rund 16 000 Zuschauer ein Kuriosum: Erst beim fünften Versuch konnte das Rennen um den neugeschaffenen „Teterower Hechtjungenpokal“ wirklich gefahren werden. Die vier Anläufe zuvor wurden jeweils vorzeitig abgebrochen. Dreimal stürzte jeweils in der Anfangsphase des Rennens mindestens ein Fahrer, beim vierten Versuch kam der Abbruch in Runde drei. Der Niederländer Wouter Bron krachte im Zielhang in die Bande und stürzte. Mit einem artistischen Sprung rettete er sich über die Absperrung, die nachfolgenden Fahrer konnten sowohl ihm als auch seiner auf der Fahrbahn liegenden Maschine mit Mühe und Not ausweichen.

Das Rennen selbst ergab dann einen Sieger, der mit seinem Erfolg nicht nur sich selbst beschenkte: den Rehnaer Jens Hinrichs. Bei der Eröffnung am Mittag war sein langjähriger Clubchef Heinrich Teegen geehrt worden. Der 75-Jährige, selbst lange Jahre auf dem Bergring aktiv, ist seit 1956 jährlich das Pfingstrennen und war auch immer wieder beratend tätig. So ist er einer der Mitinitiatoren des Speed-Cross-Pokals, in dem Hinrichs immerhin noch Zweiter wurde. Erwähnenswert übrigens, dass immerhin vier Amazonen im Feld dabeiwaren von denen drei sogar den Sprung ins Halbfinale schafften.

Der Wettbewerb der Quads wurde zu einer einseitigen Angelegenheit. Der Ludwigsluster Danny Fraaß gewann alle vier Punktläufe überlegen, sammelte so 60 von 60 möglichen Zählern und verwies damit Lokalmatador Marcus Rux auf den zweiten Rang.

Zum Leidwesen vieler Fans musste auf die Seitenwagen-Klasse verzichtet werden. Kurz vor der Veranstaltung waren gerade einmal drei Meldungen übrig geblieben. Tatsächlich angereist waren dann lediglich die Briten Cook/Smith, die in den Pausen einige Demonstrationsrunden drehen durften.

 

 

 

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