Leichathletik WM Peking : Martina Strutz hält den Ball flach

Martina Strutz bei der Leichtathletik-WM in peking

Martina Strutz bei der Leichtathletik-WM in peking

Am Montag bestreitet die Stabhochspringerin aus Schwerin die Qualifikation bei der Leichtathletik-WM in Peking.

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23. August 2015, 15:23 Uhr

Die Konstellation könnte man als gutes Omen auffassen. Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Peking wird Stabhochspringerin Martina Strutz vor Ort wieder von Männer-Bundestrainer Jörn Elberding betreut. „Wir schwatzen viel, auch viel Blödsinn, wir lachen viel. Er gibt mir ein gutes Gefühl“, sagt die 33-Jährige des Schweriner SC kurz vor der Qualifikation im „Vogelnest“, dem Olympiastadion in der chinesischen Hauptstadt. Denn auch schon 2011, bei der WM im gar nicht so fernen südkoreanischen Daegu, arbeiteten die beiden zusammen. Und 2012 bei der EM in Helsinki. Strutz holte jeweils Silber.

Eine Wiederholung dieses Coups dürfte Martina Strutz 2015 allerdings schwer fallen. Sie hält den Ball auch eher flach: „Ich will schon ins Finale, dann hätte ich für dieses Jahr schon was geschafft.“ Dort sollte dann zumindest eine Saisonbestleistung herausspringen. Eine neue persönliche Bestleistung, die bei 4,80 Metern steht, „hebe ich mir für das nächste Jahr auf“. Dann stehen in Rio die Olympischen Spiele an. Für Martina Strutz wären es die ersten. So wie die Titelkämpfe in Peking auch erst ihre zweiten Weltmeisterschaften sind, und das, obwohl sie vor fast einem Jahrzehnt, 2006, schon ihre erste EM bestritt.

Auf 4,65 Meter ist sie 2015 bisher gekommen, diese Höhe hat sie am 10. Juli in Rottach-Egern überquert. Damit steht sie in der aktuellen Weltrangliste auf Platz 14. Die zwölf besten Springerinnen der Qualifikation am Montag erreichen das Finale zwei Tage später.

Der Grund für ihre Zurückhaltung liegt hauptsächlich in der Fuß-Verletzung des vergangenen Jahres begründet. Zwar hat sie im Herbst ganz normal und ohne Einschränkungen mit dem Wintertraining beginnen und auch weitgehend durchtrainieren können, aber dennoch „fehlen mir Sprünge auf hohem Niveau und die Sicherheit.“ Durch das unterbrechungsfreie Training sei sie in diesem Jahr im Anlauf deutlich schneller geworden. „Wir haben auch viel an der Schnelligkeit gearbeitet. Ich bringe das aber noch nicht in die Anlage.“

Das „Vogelnest“, das Olympiastadion in der chinesischen Hauptstadt, kennt sie noch nicht. „Ich habe es von außen gesehen. Es ist sehr beeindruckend.“ Der Aufwärmplatz direkt neben dem Stadion konnte vor dem Beginn der Wettkämpfe zum Training genutzt werden. Martina Strutz absolvierte dort am Donnerstag ihre letzte Technikeinheit vor der Qualifikation. Am heutigen Samstag steht ein wenig Krafttraining auf dem Programm, am Sonntag der „normale Auftakt“. Das bedeutet bei ihr lockeres Bewegen, Gymnastik, kurze Abläufe.

Am Montag sitzt dann wieder Jörn Elbering in der Coaching-Zone auf der Tribüne. „Über Technik brauchen wir nicht lange reden. Die steht“, sagt Martina Strutz. Auch das Trainingsprogramm für Peking stammt von ihrem Heimtrainer Thomas Schuldt. Aber ein erfahrener Blick von außen ist auch für eine routinierte Springerin, wie es die Polizistin aus Schwerin ist, beim Wettkampf unverzichtbar.

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