Videoporträt Tom Gröschel : „Laufen ist mein Leben“ - ein Tag mit „unserem“ Marathon-Champion

<p>Emotionen pur: Als Tom Gröschel zum Ende der Dreharbeiten ins Ziel kam, stürmten etwa 70 Freunde, Sportkameraden, Trainer und die Familie an die Strecke. Sie wollten mit 'ihrem' Mara-Tom den DM-Titel feiern. Er wusste von nichts...</p>
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Emotionen pur: Als Tom Gröschel zum Ende der Dreharbeiten ins Ziel kam, stürmten etwa 70 Freunde, Sportkameraden, Trainer und die Familie an die Strecke. Sie wollten mit "ihrem" Mara-Tom den DM-Titel feiern. Er wusste von nichts...

Ein sehr emotionales Porträt: Tom Gröschel ist Deutscher Marathon-Champion. Als erster Mecklenburger. Wir begleiteten ihn für einen Tag. Beim Lauf durch seine Heimat - mit Überraschung im Ziel und auch ein paar Tränen!

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18. Mai 2018, 19:30 Uhr

"Das Laufen... das ist inzwischen eigentlich auch Beruf... aber es ist einfach auch Leidenschaft... es ist mein Leben!" - wenn Tom Gröschel über seinen Sport spricht, schwingt in jedem Satz eine gehörige Portion Emotion mit. Überhaupt prägen Emotionen seinen bisherigen sportlichen Weg. Man muss sie miterleben, auch die seines Umfeldes, um zu verstehen, warum Tom so ist, wie er ist - und da ist, wo er heute ist.

Er ist der erste deutsche Marathon-Meister aus Mecklenburg-Vorpommern. Er hat Ende April in 2:15:20 Stunden gleich bei seinem Debüt über die 42,195 Kilometer den Landesrekord verbessert - und das um mehr als eine Minute. Das hat 28 Jahre lang vor ihm niemand geschafft. Er ist bei der EM im August in Berlin für den Team-Wettbewerb qualifiziert. Er hat Großes vor - im Sommer 2020 bei den Olympischen Spielen in Tokio... 

Und doch ist Tom Gröschel extrem bodenständig geblieben, der „Jung von nebenan“. In seiner Heimat – genauer in Badendiek, Mühl Rosin und Güstrow – hat unser Videoteam den ehemaligen LAC- und jetzigen Fiko-Läufer, der inzwischen in Wattenscheid trainiert, einen Tag begleitet. Beim „Lauf zurück zu den Wurzeln“ sozusagen und dabei auch Entdecker, Wegbegleiter und die Familie zu Wort kommen lassen. Toms "Marathon" beginnt am Elternhaus in Badendiek, führt weiter nach Mühl Rosin, wo er beim dortigen LAC das Leichtathletik-ABC erlernte.

Sabine Beutling erinnert sich noch zu genau, wo sie Tom entdeckte - und an so einiges andere. Wie im weiteren Verlauf auch Dirk Bockelmann - selbst lange intensiver Läufer und mehrfacher Landeslaufcup-Sieger - und Klaus Weipert, der Spitzencoach aus Rostock. Auch die Fachhochschule Güstrow und das Innenministerium spielen eine nicht ganz unwichtige Rolle auf dem bisherigen Weg - der auch von schweren Verletzungen und dem Gedanken ans Aufhören geprägt ist. Ohne sie alle hätte es Tom nie bis zum Düsseldorfer Sieg über 42,195 Kilometer geschafft.

Am Ende gab es für den 26-Jährigen noch eine Riesenüberraschung - und es rollten wie bei Tom schon über den Tag verteilt nun auch bei dem ein oder anderen heimliche Tränen... Gut 70 Freunde, Trainer, Vereinskameraden und die Familie standen plötzlich an der Ziellinie und jubelten "ihrem" Helden zu. Tom wusste von alldem natürlich nichts. Auch nicht vom anschließenden Empfang im "Heizhaus am Schlosspark", wo alle gemeinsam noch einmal beim Marathon-Finale mitfieberten. Mit Eurawasser und Aktiv Physio sicherten zwei heimische Firmen finanzielle Unterstützung für wichtige Trainingslager und Ausrüstungen vor der EM sowie auch mittelfristig schon für das große Ziel "Tokio 2020" zu. Nicht nur, aber sicher auch wegen des jüngsten Erfolges...  

Ganz große Emotionen schwappten dann am Abend noch einmal über, als Toms 82-jährige Omi gerührt verriet: "Jetzt weiß ich, warum ich so alt geworden bin - um das alles noch miterleben zu dürfen!" - Coach Bockelmann und der Langläufer lagen sich da gerade minutenlang in den Armen. "Feucht-fröhlich" in ganz besonderer Ausprägung...

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