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Hammerwerferin bei siebter WM : Die Karriere der Kathrin Klaas: Warum nie Medaillenglück?

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Die rothaarige Betty Heidler machte das Hammerwerfen in der deutschen Leichtathletik salonfähig. Kathrin Klaas stand als Weltklasseathletin immer in ihrem Schatten. Und macht unverdrossen weiter.

Was sie nach den vielen Jahren immer noch antreibt? «Das Feeling da draußen», sagt Kathrin Klaas, als sie in den Katakomben des Olympiastadiums steht, und zeigt Richtung Innenraum. Es ist die siebte Leichtathletik-Weltmeisterschaft der Hammerwerferin.

Seit 2005 Weltklasse, stets über 70 Meter, fast immer im Schatten von Betty Heidler - und noch nie auf dem Treppchen. Das wird sich in London kaum ändern. Klaas, zunehmend von Verletzungsproblemen geplagt, schaffte es nur mit Ach und Krach ins Finale.

Man hat die dreimalige Olympia-Teilnehmerin sehr selten fröhlich gesehen nach all ihren internationalen Meisterschaften. Klaas kann auf eine Bestleistung von 76,05 Metern verweisen, eigentlich genug, um irgendwann mal auf dem Podest zu landen. Doch den Lucky Punch, die Gunst der Stunde oder einfach mal Glück - all das erlebte sie nicht. Und oft musste sie zuschauen, wenn ihre übermächtige und ungeliebte deutsche Rivalin Betty Heidler auf dem Podest stand.

Über viele Jahre trainierte die 33-Jährige in Frankfurt mit Heidler bei Michael Deyhle, ehe sie 2012 nach Leverkusen zu Helge Zöllkau wechselte. Zwischen der früheren Weltrekordlerin und Weltmeisterin von 2007 und der «ewigen Zweiten» herrschte in den vergangenen Jahren Eiszeit. «Sie nimmt mich nicht wahr, ich weiß auch nicht, was ich getan habe», so brach es einmal aus Klaas heraus. «Scheißegal», sagte Heidler bei einer ihrer ganz seltenen Niederlagen gegen Klaas mal, sei ihr die nationale Rangordnung.

Heidler hat 2016 ihre Karriere beendet. Klaas ist immer noch da. Vor der WM hat sie mit einer Psychologin gesprochen: «Schau mal zurück, was du schon alles geworfen hast!», riet diese. 22 Jahre Hammerwerfen. Eine Disziplin, die bei Meetings kaum auf dem Programm steht. Der Rasen könnte ja beschädigt werden.

«Der vierte Platz ist irgendwie mein Ding», sagt Klaas und nennt die WM 2009 in Berlin und die EM 2014 in Zürich als Karrierehöhepunkte. Und auch den fünften Platz bei Olympia 2012 in London. Selbst wenn Heidler einmal patzte, konnte Klaas ihre Chance nicht nutzen. Wie bei den Europameisterschaften 2012 und 2014.

Gescheitert schon in der Qualifikation, das erlebte Klaas bei Olympia 2008 und 2016 und auch bei der WM 2013 in Moskau. «Die hat ihre eigenen Gesetze, das ist wie DFB-Pokal im Fußball.»

Zuletzt musste sich Klaas auch noch einer Leistenoperation unterziehen - nach Dauerbeschwerden und langem medizinischem Rätselraten. «Es gab Momente, da saß ich in der Ecke und habe dicke Tränen geweint, weil ich einfach nicht mehr weiter wusste. Keiner konnte mir helfen», sagte Polizeikommissarin im Frühjahr.

Nach dem Rücktritt Heidlers im vergangenen Jahr galt Klaas als die späte neue Nummer 1. Doch in diesem Sommer war sie nicht mal deutsche Meisterin. In London wollte sie «alles versuchen und vorne angreifen, um eine Medaille nach Hause zu bringen». Die EM nächstes Jahr in Berlin wäre noch mal eine Chance. Eigentlich.

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erstellt am 07.Aug.2017 | 09:11 Uhr

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