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André Greipel bei der Tour de France : Im Wohlgefühl des großen Erfolgs auf den Champs-Élysées

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Aus der Redaktion der Norddeutschen Neuesten Nachrichten

Der Rostocker Radprofi André Greipel rettet seine Tour mit dem Sieg auf der Schlussetappe. Sorgen um Tony Martin – Olympia-Start in Gefahr?

svz.de von
erstellt am 25.Jul.2016 | 20:45 Uhr

André Greipel sonnte sich an der Seite seiner stolzen Töchter im Wohlgefühl des großen Erfolgs auf den Champs-Élysées, Tony Martin dagegen hetzte aus Paris mit Sorgen im Gepäck nach Hause.

Der Zeitfahr-Spezialist klagt über starke Knieprobleme, die Teilnahme an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro wird womöglich zu einem Rennen gegen die Zeit. „Er hat nicht aus Spaß die Tour verlassen, es ist schon besorgniserregend“, sagte sein Manager Jörg Werner, nachdem Martin praktisch in Sichtweite des Ziels der 103. Tour de France in Paris ausgestiegen war. Rasch gab sich der 31-Jährige in ärztliche Betreuung, um die Blessur genauer zu prüfen – deren Ursache war unklar. „Die Schmerzen begannen am Sonnabend und kamen wie aus heiterem Himmel. Vielleicht eine Überlastung, vielleicht eine Reaktion auf die etwas kühleren Temperaturen durch den Regen“, schrieb Martin gestern bei Facebook: „Ich werde die nächsten Tage nutzen, um die Ursache zu analysieren und das Knie wieder voll belasten zu können.“

Anfang kommender Woche plant der gebürtige Cottbuser seinen Abflug nach Brasilien, am 10. August will er in seiner Paradedisziplin um eine Medaille mitfahren, zuvor ist der Start im Straßenrennen vorgesehen. „Wir müssen jetzt abklären, ob die Schmerzen nur vorübergehend sind, oder ob mehr dahintersteckt“, sagte Werner. Grundsätzlich sei Martin in guter Form, „die ist bei der Tour noch besser geworden, umso bitterer ist es jetzt“.

Greipels Stimmung war deutlich gelöster, er freute sich nach dem Tour-Trubel auf einige Tage Familienruhe und „ein paar Bierchen“. Für den Rostocker war dieser erlösende Sprintsieg zum Abschluss auch ein wichtiger Erfolg im Rennen um die Rolle des deutschen WM- Kapitäns im Oktober in Katar. Greipel oder Marcel Kittel – diese Entscheidung muss der Bund Deutscher Radfahrer mit Blick auf den sprinterfreundlichen Kurs treffen. Greipel war „unglaublich stolz“ auf den Prestige-Triumph, der ihm im zweiten Jahr nacheinander gelang. „Wir haben es immer wieder versucht, aber nie war es erfolgreich“, sagte der 34-Jährige über das Pech und die Fehler, die ihn zuvor fast drei Wochen lang begleitet hatten.

Kittel ereilte sein größtes Missgeschick in Paris, wo er 2013 und 2014 die nun vierjährige deutsche Siegesserie eröffnet hatte. Erst ein Pedalbruch, dann ein Pferdekuss am Hintern, ein plattes Ersatzrad und die folgende kräfteraubende Aufholjagd. „Mir sind die Beine aufgegangen, und es war vorbei. In den Sprint konnte ich leider nicht mehr eingreifen“, schrieb der 28-Jährige bei Facebook und fuhr mit „gemischten Gefühlen“ nach Hause: Er freue sich zwar über seinen Etappensieg in Limoges, „aber wir sind nicht in einen richtigen Flow gekommen“.

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