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Freiwasserschwimmerin : Hoffnung auf WM-Medaille: Maurer als «Fels in der Brandung»

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20 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften machen Angela Maurer zu einer der erfolgreichsten deutschen Schwimmerinnen. Die 41 Jährige hat es etwas überraschend noch einmal in das WM-Team geschafft. Wird es ihr WM-Abschied?

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erstellt am 14.Jul.2017 | 16:07 Uhr

Als Angela Maurer im Jahr 2000 ihre erste WM-Medaille im Freiwasser gewann, waren einige Gegnerinnen der diesjährigen Titelkämpfe noch nicht einmal geboren.

Mit fast 42 Jahren will sich die zweimalige Olympiateilnehmerin auch bei den Schwimm-Weltmeisterschaften in Ungarn einmal mehr behaupten. «Ich weiß nicht, ob es die letzte WM ist. Aber ich würde gerne noch einmal auf der großen Bühne mit einer Medaille nach Hause fahren», sagte Maurer vor den Rennen im Plattensee.

Am Sonntag steigt sie zum Rennen über die olympischen zehn Kilometer erstmals ins Wasser. Zum erweiterten Kreis der Anwärterinnen für die Topplätze zählt die Schwimmerin mit der beeindruckenden Willensstärke aber eher über die 25 Kilometer. «Über zehn Kilometer hängt das in meinem Alter von der Tagesform ab. Ich möchte mich dort aber auch Einschwimmen für die 25 Kilometer», erklärte die Polizeikommissaranwärterin, die von ihrem Ehemann Nikolai Evseev trainiert wird. Die 25 Kilometer zum Abschluss der Freiwasser-Wettbewerbe am 21. Juli, fast sechs Stunden im Wasser, das ist Welt von Angela Maurer.

20 Medaillen bei Welt- und Europameisterschaften weist die Vita von Maurer auf. Bei ihren beiden Olympia-Teilnahmen 2008 und 2012 schlug sie als Vierte und Fünfte an, das Ticket für Rio im Vorjahr konnte sie nicht lösen. Dass sie es diesmal über die 10-Kilometer-Qualifikation wieder in den WM-Kader schaffte, war eine Überraschung. «Angie ist ein sehr offener Mensch, der jede Info weitergibt, deshalb bin ich unabhängig von der sportlichen Wichtigkeit sehr froh, dass sie noch mal das kleine Wunder geschafft hat, sich zu qualifizieren», sagte Bundestrainer Stefan Lurz.

Im verjüngten Team hat Maurer eine besondere Stellung. «Sie ist der absolute Ruhepol. Die anderen fühlen sich sicherer, wenn sie dabei ist. Es gibt nichts, was sie in 20 Jahren Freiwasserschwimmen noch nicht erlebt hätte», sagte Lurz. «Sie ist bei jeder Eventualität, die passieren könnte, der Fels in der Brandung. Von ihrem Erfahrungsschatz kann sogar ich als Trainer noch lernen.» Nach dem Rücktritt von Rekordweltmeister Thomas Lurz im Jahr 2015 ist die Erfahrung von Maurer im Team noch einmal ein Stückchen wertvoller.

Maurer kann unzählige Geschichten von ihren Erlebnissen in den Seen, Flüssen und Meeren dieser Welt erzählen. Sie hat alle Bedingungen, alle Rennverläufe, alle Keilereien um Platzierungen erlebt. Von den Begegnungen mit Riesenschildkröten vor Hawaii oder wunderbaren Rennen über 37 Kilometer mit Abschnitten im Atlantik kann sie ebenso Anekdoten erzählen wie von toten Kühen im Wasser oder Klopapier in der Nähe von Kläranlagen.

Maurer bedauert es allerdings ein bisschen, wie sich ihre geliebte Sportart im vergangenen Jahrzehnt verändert hat. Denn seit der Olympia-Premiere 2008 ist der Fokus ganz auf die dort geschwommenen zehn Kilometer gerichtet. «Früher waren die 25 Kilometer eigentlich die Königsstrecke im Freiwasser», sagt die Mutter eines zwölfjährigen Sohnes.

Dass es für sie selbst noch ein drittes Mal Olympia gibt, ist unwahrscheinlich. Sie selbst denkt «erst mal über das Jahr 2017 nach». Und der Bundestrainer? So ganz sicher ist sich auch Stefan Lurz nicht. «Inzwischen lege ich für nichts mehr meine Hand ins Feuer», sagt Lurz - und lacht.

Informationen zur Schwimm-WM (englisch)

Informationen zu den Sportarten bei der Schwimm-WM (englisch)

Zeitplan der Schwimm-WM

Informationen zu den Austragungsorten der Schwimm-WM

Informationen zum Deutschen Schwimm-Verband

Porträt Maurer

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