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Fußball-EM-in Frankreich : Güstrower Fan-Tour geht weiter

vom
Aus der Redaktion des Güstrower Anzeiger

Heute starten unser EM-Fan-Reporter Hans-Jürgen Kowalzik und Ewald Keinert zum Finale in Paris. Ihre Entscheidung fiel kurz entschlossen.

svz.de von
erstellt am 07.Jul.2016 | 08:00 Uhr

Mein Freund Ewald Keinert aus Dobbin und ich sind wieder gen Frankreich unterwegs, kurz entschlossen. Damit geht die Güstrower EM-Fan-Tour weiter. Gestern haben wir den Wohnwagen flottgemacht und heute starten wir. Warum nun doch? Wir haben uns letztlich gesagt: Nur die Vorrunde mit den deutschen Spielen live in Lille und Paris und dann alles andere am Fernseher? Das war zwar zuerst der Plan. Aber schon vor dem Nordirland-Spiel im Prinzenpark und nach dem erfrischenden Auftritt der Isländer gegen die Ösis einen Tag später in Saint-Denis reifte bei uns der Entschluss: Wenn das Finale in Paris schon „nur“ 1100 Kilometer von unserer mecklenburgischen Heimat entfernt ist, dann müsste man doch…

Als wir kurz vor dem Prinzenpark noch ein 0,5-Prozent-Bierchen schlürften, kam Ewald mit einem Hamburger ins Gespräch. Die begannen – egal wo – während der EM meist mit der Frage: „Welche Spiele sieht du noch und bleibst du bis zum Finale?“ Der Hamburger Jung‘ hatte in der Variante der Uefa für das deutsche Fortkommen noch Karten für das Halbfinale und das Finale. Sein Problem: Er muss an diesen Tagen arbeiten. Ergo: Die Karten waren zu haben, allerdings mit einem Aufschlag.

Mit dieser Botschaft kam Ewald zu mir. Uns rieselte schon mal ein Schauer der Vorfreude über den Rücken. Indes: Die Entscheidung wollten wir erst zu Hause fällen, gemeinsam mit unseren Frauen. Der Hamburger verstand das. Wir tauschten die Handy-Nummern aus, mit der Option, dass wir uns umgehend melden.

Im Familienrat schlug das Pendel für uns aus. Den Ausschlag gab der klare Sieg gegen die Slowakei. Danach machten wir die Karten für das Finale klar. Unabhängig davon, ob wir dort in Saint-Denis im Stade de France die Deutschen sehen werden. Allerdings sind wir ja „nur“ noch einen Sieg vom Endspiel entfernt.

Den nächsten Schritt gegen Italien nach dem 3:0 gegen die Slowaken erlebten wir in der Güstrower Fußball-Szene-Kneipe „Fantasy“ von Bianka Stolp und ihrem Lebensgefährten Hans-Georg Kleinschmidt. Meine Tochter Dana brachte die fast 150 Minuten gegen das Italien-Trauma so auf den Punkt: „War das ein Herzschlagfinale. Wir haben geschrien, gezittert, gebangt und uns nach Hectors Elfmeter in den Armen gelegen!“ Danach entschieden wir uns, die Nacht etwas zu verkürzen.

Biankas „Fantasy“ ist außerdem um einen Schal attraktiver. Ich schenkte ihr meinen Kombi-Schal Deutschland/Ukraine aus der Lille-Metropole vom 12. Juni 2016. Bianka versicherte mir, dass er einen exponierten Platz bekommen wird. Allerdings mit einem Augenzwinkern. Das sollte bedeuten: „Ein Schal vom Finale mit Deutschland würde das noch toppen.“ Ich werde sehen, was sich machen lässt.

Dazu müssen wir aber heute die Franzosen aus dem Weg räumen. Das wird schwer genug. Ich bin eher wieder der Skeptiker in unserer Runde. Ewald sieht die Deutschen im Finale. Schließlich haben die seit 1958 bei einer EM oder WM nicht mehr gegen uns gewonnen. Ersparen möchten wir uns beide aber gern ein Elfmeterschießen. Das gegen Italien war einfach zu nervenaufreibend. Allerdings wissen wir, dass eine EM kein Wunschkonzert ist.

Wir werden das Spiel heute auf einem Campingplatz in Aachen sehen. Dabei ist auch Dieter „Charly“ Schult. Der Güstrower war von unseren Erlebnissen, die er in dieser Zeitung lesen konnte, so begeistert, dass er sich mit einem Zelt in unseren Tross einklinkte. Morgen früh brechen wir dann gen Paris auf. 400 Kilometer haben wir vor uns. Dann sind wir wieder auf dem Indigo-Campingplatz an der Seine.

Die Fan-Klub-Fans der deutschen Nationalmannschaft werden staunen, denn sie wissen noch nicht, dass uns das EM-Fieber nicht losgelassen hat. Besonders Maik Lüneburg, unser Gegenüber, wird sich freuen. Der hatte uns beim Abschied gesagt: „Schade, ihr fahrt, wenn es spannend wird. Überlegt euch das doch noch.“ Auch das hat zu unserer Entscheidung, das Finale zu erleben, beigetragen. Übrigens schlagen wir unsere „Zelte“ wieder auf unserer alten Parzelle 284 auf. Maik Lüneburg steht uns mit seinem Wohnmobil wie vor drei Wochen gegenüber.

Am Sonnabend werden wir noch einmal Paris in vollen Zügen genießen. Natürlich mit unseren Fahrrädern, die wir wieder mitnehmen. Am Sonntag wird uns die Zeit dann vermutlich lang werden, bis um 21 Uhr im Stade de France vor 80 000 Fans hoffentlich die deutsche Nationalhymne erklingt und unsere Jungs zum Europameister-Titel stürmen. Zwei Bitten – angelehnt an die Scholl-Kritik - haben wir allerdings an das Trainer-Team: Bitte nicht mit einer Dreier-Kette spielen und nicht mit Götze, sondern mit Sane.

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