Feuerkopf wird 50 : Fußball ist nicht mehr alles im Leben

 Feiert heute seinen 50. Geburtstag: Matthias Sammer.
Feiert heute seinen 50. Geburtstag: Matthias Sammer.

Auch nach seinem Abschied von Bayern München im Sommer 2016 ist Sammer ein gefragter Mann

svz.de von
05. September 2017, 08:00 Uhr

Auf den ganzen Trubel hat Matthias Sammer keine Lust. Er flüchtete kurzerhand in den Süden, um dort halbwegs in Ruhe mit seiner Familie und ein paar Freunden heute seinen 50. Geburtstag zu feiern. Auch nach seinem Abschied von Bayern München im Sommer 2016 ist Sammer ein gefragter Mann. Als Experte bei TV-Sender Eurosport und als Pate eines Jugendprojekts von adidas ist der Europameister von 1996 dem Fußball inzwischen wieder eng verbunden – und seine Meinung ist nach wie vor gefragt. Er springt Weltmeister Thomas Müller emotional zur Seite, er kritisiert seinen Ex-Club Bayern, macht sich Sorgen um Dortmund, unterstützt den DFB und nimmt sich in diesem Zusammenhang die Ultra-Szene vor. Sammer nimmt auch in seiner neuen Rolle kein Blatt vor den Mund, er polarisiert – so wie er es als Spieler, als Trainer, DFB-Sportdirektor oder zuletzt als Sportvorstand beim FC Bayern getan hat.

Ein leichter Schlaganfall im Frühjahr 2016 änderte im Leben von Sammer einiges. Die gesundheitlichen Probleme führten zu einem Umdenken. Sammer wollte sich die Strapazen, den hohen Zeitaufwand verbunden mit einem großen Energieverlust, gerade bei einem Club wie dem FC Bayern, nicht mehr antun. Deshalb schloss er zuletzt auch eine Rückkehr in den Profifußball aus.

Sammer, den sie bei seinem Stammverein Dynamo Dresden nur „Feuerkopf“ nannten und dem lange der Ruf des „Motzki“ vorauseilte, fühlt sich inzwischen bei Eurosport gut aufgehoben. Er wolle „fachlich kompetent, unterhaltsam und dazu mit vielen Einblicken in die Seele einer Mannschaft und in das, was bei und hinter einem Team passiert, von der Bundesliga berichten“, sagte Sammer.

Der gebürtige Dresdner, der seine aktive Laufbahn 1999 wegen einer Knieverletzung beenden musste, genießt inzwischen auch sein Leben ohne Fußball, „den Alltag und die Einfachheit der Dinge“, wie er unlängst. Er genieße „all die Gespräche mit meinen Lieben, mit Menschen, die mit mir auf einer Wellenlänge liegen“, führte er weiter aus.

Es sind die normalen Dinge, die für den nun 50-Jährigen immer weit weg gewesen waren. Wenn er etwa im Supermarkt sei, räumte er ein, „merke ich endlich, was es dort alles zu kaufen gibt, wie man bezahlen muss“. Am wichtigsten für Matthias Sammer aber ist, dass es ihm „sehr gut geht. Meine Gesundheit ist wiederhergestellt“.

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