Skiunfall : Schumi kämpft um sein Leben

Hirnverletzung und künstliches Koma: Nach  Skiunfall befindet sich das Sport-Idol Michael Schumacher weiter in einem kritischen Zustand.                           
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Hirnverletzung und künstliches Koma: Nach Skiunfall befindet sich das Sport-Idol Michael Schumacher weiter in einem kritischen Zustand.                         

Einen Tag nach seinem schweren Skiunfall vergrößern die ärztlichen Diagnosen die Sorgen um den 44-Jährigen

svz.de von
31. Dezember 2013, 00:34 Uhr

Michael Schumacher kämpft weiter um sein Leben. Vier Tage vor seinem 45. Geburtstag bezeichneten die behandelnden Ärzte der Uni-Klinik von Grenoble den Zustand des Formel-1-Rekordweltmeisters als weiterhin kritisch. Schumacher wurde in ein künstliches Koma versetzt. Der siebenmalige Champion erlitt bei seinem Skiunfall „im Gehirn weit verbreitete Verletzungen“. Er habe Blutergüsse und Prellungen im Gehirn, erklärten die Ärzte bei einer Pressekonferenz gestern – 24 Stunden nach dem Unfall.

Mehrfach betonten die Ärzte in Grenoble, dass die Lage sehr kritisch sei. Über die Überlebenschancen könne man nichts sagen. Nur Schumachers Familie darf ihn sehen, allen anderen wird der Zugang verwehrt, erklärte der stellvertretende Klinik-Direktor Marc Penaud.

Der Unfall am Sonntagvormittag auf einer nicht markierten Piste in Méribel habe sich mit hoher Geschwindigkeit ereignet, betonten die Ärzte angesichts der Schwere der Kopfverletzungen. „Sein Helm hat ihn geschützt. Jemand, der diesen Unfall ohne Helm gehabt hätte, hätte es wohl nicht bis ins Krankenhaus geschafft“, sagte der Leiter der Anästhesie-Abteilung, Jean-François Payen. Schumacher sei mit der rechten Seite aufgeprallt und nach dem Unfall zwar ansprechbar, aber verwirrt gewesen.

Der Zustand des Kerpeners habe sich dann noch verschlechtert, erklärte der Neurochirurg Stephane Chabardes. Daher wurde Schumacher vom Krankenhaus nach Grenoble gebracht. Schumacher habe eine Blutung zwischen Gehirn und Schädeldecke gehabt. Er wurde am Sonntag umgehend operiert. Eine zweite OP gab es nicht, betonten die Ärzte.

Aus Respekt gegenüber der Familie wurden keine anatomischen Einzelheiten genannt, sagte einer der Mediziner. Schumachers Familie dankte den Ärzten in einer schriftlichen Mitteilung. „Wir wissen, dass sie alles Mögliche tun, um Michael zu helfen“, hieß es. Ehefrau Corinna und die beiden Kinder waren am Sonntag bereits im Krankenhaus eingetroffen.

Laut Medienberichten war Schumachers Sohn bei dem Skiausflug bereits dabei gewesen. Bestätigt wurde dies nicht.

Das Krankenhaus will „je nach Entwicklung“ weitere Informationen zum Zustand von Schumacher bekanntgeben. Es werde alles unternommen, um den Druck im Gehirn nicht ansteigen zu lassen, betonte Chabardes.

Weltweit herrschte tiefe Bestürzung. „Der größte Mythos der Formel 1 schwebt in Lebensgefahr“, schrieb die spanische Zeitung „Mundo Deportivo“ noch bevor die neuen Erkenntnisse veröffentlicht wurden.

Und auch Italiens Traditionsteam Ferrari, das Schumacher mit fünf seiner insgesamt sieben WM-Titel wieder zu Ruhm und Ehre geführt hatte, war in Gedanken bei „Michele“. „Es sind Stunden der Angst für alle bei Ferrari“, hieß es in einer Pressemitteilung. Präsident Luca di Montezemolo und Teamchef Stefano Domenicali stünden in ständigem Kontakt mit Schumachers Familie. Ex-Teamchef Jean Todt war ebenso wie Schumachers zweiter langjähriger Wegbegleiter Ross Brawn noch am Sonntag nach Grenoble gereist.

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