Schumacher: Denke momentan nicht an Rückkehr

Michael Schumacher (l) scherzt in Valencia mit Luca Badoer.
Michael Schumacher (l) scherzt in Valencia mit Luca Badoer.

Michael Schumacher denkt nach eigener Aussage momentan «definitiv nicht» an eine Rückkehr in die Formel 1.

von
22. August 2009, 03:35 Uhr

Valencia (dpa) - «Ich sitze nicht in meiner Nackenmaschine, und bereite mich auf etwas vor», sagte der siebenmalige Weltmeister in einem TV-Interview am Rande des Großen Preises von Europa in Valencia. Wie aber schon bei seiner Pressekonferenz vor anderthalb Wochen in Genf, als er das Scheitern seiner Comeback-Pläne aus gesundheitlichen Gründen erklärte, sagte Schumacher aber auch nicht kategorisch Nein. «Ich möchte heute nicht weiter darauf eingehen und präziser werden, das wäre nicht passend», meinte er lediglich bei RTL.

Der 40-Jährige, der sich nach seiner Ankündigung, als Ersatz für den verunglückten Felipe Massa einzuspringen, akribisch und mit großem Einsatz für eine Rückkehr vorbereitet hatte, spürt noch immer die Runden in einem alten Ferrari in Mugello vor rund drei Wochen. «Ich habe noch Nachwehen vom Testen», betonte Schumacher mit Verweis auf seinen Nacken, nachdem er bei einem Motorradsturz im Februar in Spanien schwere Verletzungen erlitten hatte. Unter anderem einen Halswirbelbruch, der allerdings komplett ausgeheilt ist. Zu schaffen macht ihm aber immer noch, dass bei dem Unfall eine feine Struktur im Bereich der Schädelbasis geborsten war. «Hier liegen noch die Probleme der Belastbarkeit», hatte schon sein Arzt, Dr. Johannes Peil, von der Sportklinik Bad Nauheim erklärt.

"Ich war schon immer ein sachlicher Typ"

Dass er seinem Kumpel Felipe Massa und seinem Arbeitgeber den Freundschaftsdienst, der die Formel-1-Welt zwei Wochen lang in helle Aufruhr versetzt hatte, nicht leisten konnte, kann Schumacher letztlich verkraften. «Dass ich mit meinen Gefühlen kämpfen muss, weil ich jetzt nicht im Wagen sitze, ist nicht der Fall. Ich war schon immer ein sachlicher Typ und kann das einordnen», erklärte Schumacher, der in Valencia nun dem Ersatz-Ersatzmann Luca Badoer mit Rat und Tat zur Seite steht.

Auf Wunsch von Ferrari. «Wenn ich entschieden hätte, nach Valencia zu kommen, hätte ich eher nein gesagt, aber das Team hat mich gebeten, Badoer zu unterstützen und das mache ich natürlich gerne», sagte Schumacher bei RTL. Allerdings musste auch er mitansehen, wie der zwei Jahre jüngere Italiener nach zwei letzten Plätzen im Training sich auch schon im ersten Abschnitt der Qualifikation als Letzter verabschieden musste.

Teamchef Stefano Domenicali baute daher auch fürs Rennen schon mal vor. «Man darf keine Erwartungen an ihn stellen. Er muss cool bleiben und wir auch», meinte er. Dass nach einem möglichen Desaster für Badoer der Ruf in Italien nach Schumacher wieder laut werden dürfte, ist nicht auszuschließen. «Es ist ein schönes Kompliment, wenn man nach so langer Zeit noch so hoch angesehen ist», kommentierte der Rekordchampion selbst das Ballyhoo um seine Person.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen