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«Etwas verrückt» : Ex-Hallenstar Kozuch siegt bei WM-Debüt im Sand

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Es ist eine «etwas verrückte Geschichte», räumen Karla Borger und Marageta Kozuch selbst ein. Die Sand-Spezialistin und der einstige deutsche Hallenstar spielen gemeinsam ihre erste Beachvolleyball-WM. Laura Ludwig und Kira Walkenhorst meistern ohne Mühe den WM-Auftakt.

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erstellt am 28.Jul.2017 | 16:40 Uhr

Dem Dauerkonflikt mit dem Verband möchten Karla Borger und Margareta Kozuch bei der WM auf der schönen Wiener Donauinsel am liebsten aus dem Weg gehen.

«Natürlich wollten wir zeigen, was wir in der kurzen Zeit schon können - aber die Situation hätte es nicht als Ansporn gebraucht», erklärte die 28 Jahre alte Borger, die mit ihrer damaligen Partnerin Britta Büthe 2013 in Polen mit Silber die bisher letzte von bisher fünf deutschen WM-Medaillen im Beach-Volleyball erkämpft hatte. Seit diesem Jahr spielt die Abwehrspezialistin zusammen mit dem einstigen Hallenstar «Maggie» Kozuch.

Die WM-Premiere im Sand gelang: Das neue Duo schlug am Freitag in der «deutschen Gruppe» Nadine Glenzke und Julia Großner (Berlin) mit 2:0 (21:16, 21:17) - der erste Schritt Richtung K.o.-Runde.

Die Geschichte hat für viel Aufsehen gesorgt weit über den internen Zirkel hinaus. Die 30-jährige Kozuch, viele Jahre das Glamourgirl des deutschen Volleyballs, 336-fache Nationalspielerin, zweimalige Vizeeuropameisterin und Champions-League-Siegerin, wechselte den Untergrund. «Die Dynamik ist anders, Beach ist viel intensiver. Man hängt unmittelbar von seiner Partnerin ab», skizzierte die gebürtige Hamburgerin mit polnischen Wurzeln einen Hauptunterschied.

Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV), der seine Beach-Abteilung seit dieser Saison anders organisiert hat, sah in dem neuen Leistungszentrum im Hamburg mit Bundestrainer und Rundumbetreuung die besten Voraussetzungen, um Beach-Neuling Kozuch und die im Sand schon erfolgreiche Borger zu einem Topteam zu formen. Doch die hatten schon zuvor einen anderen Weg gewählt und einen eigenen Stab formiert.

«Das Ganze ist rückblickend wirklich etwas verrückt, aber das war unsere mutige Entscheidung von Anfang an», bemerkte Borger, deren Mutter Cordula Pütter 1995 Beach-Volleyball-Europameisterin war. «Wichtig war, dass wir uns ein sehr durchdachtes, autonomes System aufgebaut haben: Sehr viele Trainer getestet und mit Seba Menegozzo die für uns perfekte Lösung gefunden», sagte Borger.

Doch der Verband versagte Borger/Kozuch das Prädikat Nationalteam und damit wichtige Förderung und internationale Turnierstarts. Erst kurz vor der WM gab es eine erste Annäherung auf der Suche nach einem Kompromiss. In Wien ist das für TuS Haltern startende Duo mit einer Wildcard des Weltverbandes FIVB dabei. Der deutsche Verband meldete als viertes Frauen-Duo das Perspektivteam Glenzke (21) und Großner (29), das am zentralen Stützpunkt trainiert. Und gegen dieses Team feierten Borger/Kozuch nun den ihren ersten WM-Sieg.

Ohne Mühe meisterten die Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst ihre erste Aufgabe. Die in dieser Saison von vielen Verletzungen gehandicapten Hamburgerinnen siegten gegen die Außenseiterinnen Mahassine Siad und Imane Zeroual aus Marokko deutlich mit 2:0 (21:10, 21:12). Einen Aufschluss über die WM-Form der Rio-Siegerinnen von 2016 konnte die Partie noch nicht bringen, dazu war die Gegenwehr zu schwach. Im Männerwettbewerb unterlagen Markus Böckermann und Lars Flüggen (Hamburg) Jefferson/Cherif aus Katar mit 0:2 (19:21, 15:21).

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