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Rostocker Freefighter in Russland : Das ist jetzt eine ganz andere Dimension

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Freefighter René Hoppe vor seinem bisher größten Kampf am Sonnabend in Syktywkar (Russland)

svz.de von
erstellt am 07.Sep.2016 | 21:00 Uhr

„Papa boxt!“, verrät Töchterchen Helena (3) und schickt die nächste Seifenblase zu Vati auf die Reise. Ja, mitunter boxt René Hoppe (MMA Rostock) auch. In erster Linie aber vertraut der Freefighter bei seinen Kämpfen auf seine Qualitäten und jahrelangen Erfahrungen als Ringer. Das wird auch am Sonnabend so sein, wenn der 36-Jährige beim „Global M-1 Challenge“ in Syktywkar, Hauptstadt der Republik Komi (Nordwest-Russland), zu seinem siebenten MMA-Duell antritt und den sechsten Sieg anstrebt.

„Das wird mein größtes sportliches Event – vor mehreren tausend Zuschauern in der Halle und mit Übertragung im russischen Fernsehen“, informiert Hoppe und erläutert: „Das ist jetzt für mich eine ganz andere Dimension. Es gibt nicht viele große Turniere, die so populär sind.“ Zu verdanken hat er seine Teilnahme dem Berliner Manolito Garmendia, der die Serie „Sprawl & Brawl“ organisiert, bei der René Hoppe schon zweimal gastierte: „Er hat sich meiner angenommen und mich da ins Gespräch gebracht.“

Gegner des Sportlers aus Elmenhorst (Landkreis Rostock) ist ein 29-jähriger Soldat von der russischen Spezialeinheit Speznas. Er dürfte vor allem im Sambo* bestens bewandert sein, soll aber auch nationale Titel im Boxen errungen haben.

Was Hoppe jedoch mehr Sorge bereitet als sein Kontrahent, ist die Tatsache, dass er regelrecht abgemagert an den Start gehen muss. Im Halbschwergewicht, so der Berufsfeuerwehrmann, seien normalerweise bis 93 kg statthaft. Die Gegenseite habe jedoch auf einem Limit von 89 kg bestanden. Dabei bewegt sich das übliche Kampfgewicht des 1,78 m großen Kraftpaketes knapp unter der Dreistelligkeit…

„Ich wollte aber unbedingt diese Chance wahrnehmen. Also mussten in kurzer Zeit acht Kilo runter“, berichtet René Hoppe, der zugibt, so unmittelbar, bevor es wieder ernst wird, „mental sehr anfällig“ zu sein, „zumal meine Trainer Maik Camps und Martin Sengbusch nicht mitkommen können“. Dennoch wolle er im Spezialring (mit den üblichen Seilen, jedoch unten etwa halbmeterhoch geschlossen, so dass keiner der Kämpfer abhauen bzw. rausrutschen kann) „eine vernünftige Leistung über die dreimal fünf Minuten zeigen. Denn es war ein harter Weg bis dahin. Ohne meine Frau Nadja, Familie, Freunde und Kollegen wäre das, mit über Jahre hinweg zumeist zwei Trainingseinheiten am Tag, nicht möglich gewesen.“

Gestern flog René Hoppe mit dem früheren Kickboxer Markus Krebes als Betreuer an seiner Seite von Berlin-Schönefeld nach Moskau und von dort nach Syktywkar. Morgen ist Wiegen – und das Hungern hat ein Ende…

Sambo = Kurzform des russischen Begriffs Samossaschita bess oruschija (Selbstverteidigung ohne Waffen)
MMA = Mixed Martial Arts

 

 

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