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EM in Polen : «Cooles Erlebnis» Kattowitz: Volleyballer verschnaufen

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Von Stettin nach Kattowitz: Die deutschen Volleyballer setzen ihre EM-Tour fort. Als Gruppensieger verdienen sie sich zwei Ruhetage. Kattowitz ist ein besonderer Ort für sie.

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erstellt am 29.Aug.2017 | 09:46 Uhr

Spätestens auf dem Charterflug nach Kattowitz freuten sich die deutschen Volleyballer auf die willkommene Verschnaufpause. Ihren Weg ins EM-Viertelfinale versüßten sich Georg Grozer & Co. als Gruppensieger mit zwei Ruhetagen.

«Die zwei Tage kommen jetzt genau richtig. Einen Tag spielen, einen Tag frei, das hat auch was Schönes, aber warum sollten wir uns beschweren», sagte Kapitän Lukas Kampa zum Abschied aus der Hafenstadt Stettin. Vor allem Grozer kann durchpusten, der nach Spielen regelmäßig ins Eisbad muss. Die beiden Ruhetage seien für ihn «die größte Motivation» gewesen.

Mit dem Überraschungssieg gegen den Olympia-Zweiten Italien und den Erfolgen gegen Tschechien sowie die Slowakei sammelten die Deutschen viel Selbstvertrauen. Nach einem Stottersommer samt verpasster Qualifikation für die WM 2018 und dem verpatzten Aufstieg in der Weltliga war damit nicht unbedingt zu rechnen gewesen.

«Wir haben jedes Spiel gewonnen, das wurde von uns von Anfang an nicht unbedingt zugetraut», räumte Kampa vor dem Viertelfinale am Donnerstag gegen den wechselhaften Titelverteidiger Frankreich oder Außenseiter Tschechien ein, «deswegen haben wir als Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht.»

Es ist auch ein Verdienst von Nationaltrainer Andrea Giani. Sieben EM-Debütanten hat der Rekordnationalspieler Italiens in seinen Kader berufen und damit den Umbruch beschleunigt. Der erst 18 Jahre alte Mittelblocker Tobias Krick oder der 20 Jahre alte Libero Julian Zenger sind mittlerweile Stammspieler.

Immer besser hat sich der EM-Achte von 2015 an den riskanteren und aggressiveren Stil Gianis gewöhnt. «Wenn man ein neues System einführt, braucht man mindestens vier oder fünf Monate Zeit. Dass anfangs das Niveau dann erstmal niedrig ist, ist normal», sagte Giani, der das Amt im Februar vom Belgier Vital Heynen übernommen hat und nun mindestens unter die ersten Sechs kommen will.

Kattowitz nimmt nun im kollektiven deutschen Volleyball-Gedächtnis einen ganz besonderen Platz ein. Vor 35 Monaten sicherten sich Kampa & Co. in der Spodek Arena die erste WM-Medaille seit 44 Jahren. «Es ist ein cooles Erlebnis, wieder die alte Halle zu sehen, das weckt Erinnerungen», sagte Mittelblocker Marcus Böhme, der zu einem Sextett mit bronzener Vergangenheit gehört.

Wie vor knapp drei Jahren dürften die Deutschen wieder auf Frankreich treffen - den Titelverteidiger. «Ab jetzt schaut man von Spiel zu Spiel und macht sich keine großen Gedanken, wer wann kommen könnte», meinte Böhme vor dem angestrebten nächsten Schritt zur ersten EM-Medaille. Vier vierte Plätze sind bislang die besten Ergebnisse der Deutschen bei 21 Endrundenteilnahmen.

«Ich kriege ein bisschen Gänsehaut, wenn ich an die Halle denke. Das war eine sehr schöne Erinnerung in meiner Volleyball-Karriere. Wenn wir es nochmals schaffen, wäre es cool», sagte auch Außenangreifer Denis Kaliberda, der noch unter seinen Möglichkeiten spielt.

Mit Giani haben die Deutschen einen wahren EM-Experten auf der Trainerbank. Als Spieler wurde der heute 47-Jährige viermal Europameister, die Slowenen führte er vor zwei Jahren sensationell zu Silber. «Wir schauen nur von Spiel zu Spiel und bleiben mit beiden Beinen auf dem Boden», bekräftigte Giani vor dem Abflug.

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