Trotz Urteil aus Brüssel : CAS: Rolle als oberste Sportgerichtsinstanz nicht gefährdet

Der Internationalse Sportgerichtshof in Lausanne.
Der Internationalse Sportgerichtshof in Lausanne.

Der Internationale Sportgerichtshof CAS sieht seine Bedeutung als höchste globale Sportinstanz auch angesichts eines kürzlichen Urteils eines belgischen Berufungsgerichts nicht in Frage gestellt.

svz.de von
11. September 2018, 19:38 Uhr

Die Brüsseler Richter hätten «weder Einwände noch Vorbehalte gegenüber einer Sportschiedsgerichtsbarkeit» geäußert, argumentierte der CAS in einer Mitteilung.

«Das Risiko, dass ein nationales Gericht ein CAS-Schiedsverfahren nicht anerkennt oder einen CAS-Schiedsspruch nicht vollstreckt, ist sehr begrenzt, ziemlich selten und hängt meist von der lokalen Gesetzgebung ab», wird in dem Statement betont. Diese Ausnahmen seien jedoch «isoliert und nicht neu». Es müsse zudem betont werden, «dass CAS-Entscheidungen immer vor dem Schweizerischen Bundesgericht, dem obersten Gericht der Schweiz, angefochten werden können».

Hintergrund der Replik ist das Urteil eines Brüsseler Berufungsgerichts, dem weitreichende Folgen für den Sport zugeschrieben wurden. Der Appellationshof in Brüssel hatte in der vorigen Woche entschieden, dass die gesetzliche Verpflichtung, Streitigkeiten zwischen Spielern, Vereinen und Verbänden vor dem CAS zu regeln, rechtswidrig ist.

Ausgangspunkt war eine Klage des belgischen Fußball-Clubs FC Seraing. Ursprünglich ging es um das Verbot der sogenannten Dritteigentümerschaft (Third-Party Ownership, kurz TPO), das in den Statuten von FIFA, UEFA und nationalen Verbänden verankert ist. Die FIFA hatte dem Club untersagt, dass externe Investoren Rechte an Spielern erwerben. Der Fall landete vor dem CAS, der im Sinne der FIFA entschied. Daraufhin stellte Seraing die Unabhängigkeit des CAS in Frage, da dieser durch internationale Verbände finanziert wird.

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