WM 2022 : Bundesregierung: WM-Gastgeber Katar hat sich Kritik gestellt

Der WM-Gastgeber Katar hat sich laut der Bundesregierung der Kritik gestellt.
Der WM-Gastgeber Katar hat sich laut der Bundesregierung der Kritik gestellt.

Der nächste WM-Gastgeber Katar hat sich nach Ansicht der Bundesregierung der Kritik an der Ausbeutung von ausländischen Arbeitern gestellt und Reformen vorangetrieben.

svz.de von
21. November 2018, 11:49 Uhr

So habe die Regierung des Golf-Emirats einen vorläufigen Mindestlohn eingeführt und die bislang erforderlichen Ausreisevisa für die meisten ausländischen Arbeitnehmer abgeschafft, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion. Katar trägt die nächste Fußball-Weltmeisterschaft aus, die an diesem Mittwoch in genau vier Jahren beginnt. In der Vergangenheit hatten mehrfach Berichte über die Ausbeutung von ausländischen Arbeitern in Katar international für Schlagzeilen gesorgt. Menschenrechtler kritisieren, seit 2014 seien 18 Menschen gestorben, die für die Arbeit auf Stadionbaustellen angeheuert worden waren.

Die Bundesregierung sieht in Katar zugleich weiteren Reformbedarf. So arbeite Doha daran, die Ausreisevisa auch für ausländische Hausangestellte abzuschaffen. Auch für den Wechsel des Arbeitsplatzes soll demnach der Arbeitgeber bald keine Erlaubnis mehr geben müssen. Die Internationale Arbeitsorganisation ILO hatte Katar ebenfalls Fortschritte bei den Rechten von ausländischen Arbeitern bescheinigt.

Die FDP-Abgeordnete Britta Dassler erklärte, Katar habe 2010 bei der Vergabe der WM wegen der «beunruhigenden Menschenrechtssituation» zu Recht in der Kritik gestanden. Die jetzige Erfahrung zeige jedoch, dass eine Sportgroßveranstaltung auch zu einer Verbesserung der Situation führen könne, wenn die internationale Gemeinschaft und Fans bei Menschenrechtsverletzungen nicht wegschauten.

Katar zählt wegen seiner Gasvorräte zu den reichsten Ländern der Welt. Dort leben rund 2,7 Millionen Menschen, davon sind jedoch nur etwa 300 000 Einheimische. Auf den Baustellen sind vor allem Arbeiter aus Nepal, Indien und Bangladesch im Einsatz. Auch viele der weiblichen Hausangestellten kommen aus ärmeren Ländern in Asien.

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