Profiboxen in Neubrandenburg : Brähmer: 50. Profikampf als Jubiläumsfeier

<p>Auf Augenhöhe stehen sich Jürgen Brähmer (r.) und Eduard Gutknecht beim Wiegen gegenüber. Liegt heute einer  im Ringstaub? Im Hintergrund: der Ersatz-WM-Gürtel. </p>
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Auf Augenhöhe stehen sich Jürgen Brähmer (r.) und Eduard Gutknecht beim Wiegen gegenüber. Liegt heute einer  im Ringstaub? Im Hintergrund: der Ersatz-WM-Gürtel.

Box-Weltmeister Jürgen Brähmer für Titelverteidigung gegen Eduard Gutknecht in Neubrandenburg in sich ruhend und siegessicher

svz.de von
11. März 2016, 21:00 Uhr

Der am Mittwoch in Berlin verschwundene WM-Gürtel von Profi-Boxweltmeister Jürgen Brähmer ist wieder aufgetaucht. Dem heutigen WM-Kampf im Halbschwergewicht zwischen dem Titelverteidiger aus Schwerin und Herausforderer Eduard Gutknecht (Gifhorn) im Neubrandenburger Jahnsportforum (22.30 Uhr/ live auf Sat.1) steht also nichts mehr im Wege. Das plötzliche Verschwinden des Gürtels hatte den Meistermacher Karsten Röwer aber sowieso nicht aus der Ruhe gebracht. „Dann werden wir eben einen Ersatzgürtel mit an den Ring nehmen. Die WBA hat für den Fall der Fälle ja immer einen zweiten Gürtel im Gepäck. Daran wird der Kampf nicht scheitern.“

Der 53-jährige Coach hat allen Grund zur Gelassenheit. Um das mentale Rüstzeug seines Schützlings, den er in Schwerin schon zu Brähmers Juniorenzeit betreut hatte und 2012 mit dessen Wechsel vom bankrotten Universum-Stall zu Sauerland „zurückerhielt“, braucht er sich keinerlei Sorgen zu machen. Den erschüttert so leicht nichts. In 49 Profikämpfen (47 Siege, davon 35 durch K.o.) hat der mittlerweile 37-Jahre alte Weltmeister jede Menge erlebt. Und er setzt alles daran, seinen heutigen 50. Profikampf zu einem Event zu machen. Der „Festsaal“ ist bereitet, frühzeitig waren alle Tickets restlos vergriffen.

Für Brähmer ist Neubrandenburg ein Heimspiel zum Jubiläum. Hier war er schon im Dezember 2013 nach zweieinhalb Jahren auf den WM-Thron zurückgekehrt.

Bei seiner nun sechsten Titelverteidigung werden viele seiner früheren Weggefährten dabei sein, allen voran sein langjähriger Universum-Trainer Michael Timm und Profi-Exweltmeister Sebastian Zbik, die er heute noch oft trifft, wenn er in Schwerin trainiert, wo beide im Bundesleistungsstützpunkt arbeiten. Länger nicht gesehen hat er seine Universum-Kollegen Dariusz „Tiger“ Michalczewski, Juan Carlos Gomez, Artur Grigorian, Susi Kentikian…

Auch Eduard Gutknecht (33 Kämpfe, 29 Siege/12 Ko, 2 Niederlagen, 1 Remis) ist ein alter Stallgefährte, der aber keineswegs als Gratulant zum Jubiläum kommen will. Viel zu sehr knabbert der noch heute an dem Punkturteil (116:111, 114:113, 117:110 für Brähmer), das ihn vor gut drei Jahren im ersten Duell der beiden den EM-Titel kostete. „Die Punktwertung kann ich bis heute nicht nachvollziehen. Aber jetzt gibt es ja die Revanche, wo ich alles geraderücken kann.“

Brähmer bleibt gelassen – und ist auf der Hut. „Ich weiß, dass mir Gutknecht schon einmal einen sehr harten Kampf geliefert hat. Seitdem ist allerdings viel passiert. Ich habe mich weiterentwickelt und er gibt vor, das Gleiche getan zu haben. Ich werde auf einen Eduard Gutknecht in Bestform eingestellt sein.“

Die bringt Brähmer laut seinem Trainer auch mit. „Ich glaube ganz ehrlich nicht, dass Eddy eine echte Chance haben wird. Jürgen ist wieder in seinem Rhythmus, das Gefühl für die Distanz ist da, die Feinmotorik und, und, und. Diesmal wird es ein klares Ergebnis geben“, sagt der 53-Jährige.

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