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Box-WM in Doha : Überraschung blieb leider aus

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Superschwergewichtler Florian Schulz scheitert im WM-Viertelfinale am Vizeweltmeister von 2013 / Keine Medaille für DBV-Trio

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erstellt am 12.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Die Überraschung ist leider ausgeblieben, Superschwergewichtler Florian Schulz hat bei der Box-WM in Doha (Katar) den Sprung aufs Treppchen verpasst. Der frischgebackene Vize-Europameister aus Greifswald, der sportlich am Bundesstützpunkt Schwerin zu Hause ist, verlor am Samstagabend seinen Viertelfinalkampf gegen den Vizeweltmeister von 2013, Olympiadritten von 2012 und Sieger der jüngsten Asienspiele, Iwan Dychko aus Kasachstan, einstimmig nach Punkten (27:30, 28:29, 27:30).

Schulz hatte als einziger aus dem deutschen Startertrio das Viertelfinale erreicht. Schwergewichtler Roman Fress (Köln) und Fliegengewichtler Hamza Touba (Neuss) hatten jeweils in der Runde zuvor, im Achtelfinale, die Segel streichen müssen.

„Als der Kampf begann, wurde schnell deutlich, dass bei Florian der Respekt vor dem großen Namen doch zu groß war“, schätzte der verantwortliche Bundestrainer Dr. Harry Kappell (Schwerin) den Schulz-Auftritt ein. Abgesehen von den reichlichen Meriten seines Widerparts hatte Zweimeter-Recke Schulz allerdings auch noch mit der für ihn ungewohnten Tatsache zu kämpfen, der Kleinere im Ring zu sein, denn Dychko misst stolze 2,05 m.

Die erste Runde des gegenseitigen Abtastens und auch die zweite, in der der Kasache gegen einen insgesamt zu passiven Florian Schulz seine größere Reichweite clever ausspielte, hatte der Deutsche auf den Zetteln aller drei Punktrichter abgegeben. „Erst in der dritten Runde fasste sich Flori ein Herz und setzte seinerseits den Gegner unter Druck. Dabei konnte er gute Treffer anbringen und zeigte deutlich, was in ihm steckt“, berichtete Dr. Kappell weiter und resümierte: „Das einstimmige Urteil zugunsten des Kasachen war aber folgerichtig und entsprach dem Kampfverlauf.“

Das sah auch Heimtrainer Michael Timm so, der gemeinsam mit Kappell, seinem Klassenkumpel aus Schweriner KJS-Tagen, seinem Schützling am WM-Ring sekundierte. „Hier war heute mehr drin, Florian ist nicht weit weg von der Spitze“, befand der Meistermacher aus Schwerin.

Während neben den Deutschen auch andere gestandene Box-Nationen wie Bulgarien, Polen oder Italien bei dieser WM nun nur noch Zuschauer sind, sind Kuba (7), Usbekistan (6), Russland und Aserbaidchan (je 4) noch in Mannschaftsstärke in den Halbfinals vertreten.

Die große Überraschung sind dabei sicherlich die Usbeken. Doch muss man wissen, dass dort seit einigen Jahren verstärkte Anstrengungen unternommen werden, die Weltspitze anzugreifen. Mit der Hauptstadt Taschkent bewirbt sich die einstige Sowjetrepublik um die Austragung der Box-WM 2017. Damit ist das zentralasiatische Land Kontrahent von Hamburg, das die WM ebenfalls will. Die Entscheidung, wer den Zuschlag erhält, fällt die AIBA morgen in Doha.

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