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Schweriner in Halle eine Macht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Gold, Silber und zweimal Bronze – Boxer des Bundesstützpunktes sorgen beim Chemiepokal für das Gros der deutschen Medaillen

Zwei Turniersiege, einen zweiten sowie sechs dritte Plätze haben die deutschen Boxer beim 41. Chemiepokal in Halle errungen. Davon gingen je einmal Gold und Silber sowie zweimal Bronze an das Quintett von Trainer Michael Timm aus dem Schweriner Bundesstützpunkt. Eine Bilanz, wie wir sie seit vielen, vielen Jahren nicht mehr hatten und die nach den drei Medaillen bei WM (Bronze) und EM (Silber und Bronze) vom Vorjahr erneut zeigt: Die einstige Hochburg Schwerin ist im Boxen wieder wer.

Der Sprung aufs höchste Treppchen gelang dem EM-Dritten Artem Harutyunyan (64 kg). Durch technischen K.o. in der 2. Runde setzte sich der 23 Jahre alte Deutsch-Armenier aus Hamburg, der seit 2011 in Schwerin lebt und trainiert, gegen Vitali Dunaytsev durch. Ein t.K.o. durch Verletzung – beim russischen Meister durch einen Cut am Auge – ist das immer Pech und stempelt mitunter den eigentlich Besseren zum Verlierer. Nicht so in diesem Fall. „Artem führte klar nach Punkten. Mit langen Händen und guten Aktionen hat er den Russen ausgeboxt. Er hat superkonzentriert ein tolles Turnier abgeliefert“, schätzte Trainer Timm ein.

Nicht minder zufrieden war der Europameister von 1985 mit seinem Superschweren Florian Schulz, obwohl dem Greifswalder der ganz große Coup verwehrt blieb. Er setzte den Engländer Joseph Joyce im Finale ordentlich unter Druck, „doch am Ende konnte er ihn nicht halten. Diesmal noch nicht“, sagte Timm und stellte seinem 20 Jahre jungen, vom Publikum mit Ovationen bedachten Schützling ein glänzendes Zeugnis aus: „Flori hat gezeigt, dass er ein großartiger Boxer ist. Er hat bei seinem ersten großen Männerturnier die jeweilige Nummer eins aus China, Russland und Südkorea geschlagen und darf zuversichtlich nach vorn blicken.“

Das dürfen auch Robert Harutyunyan (Leicht) und Albon Pervizaj (Schwer), die am Finaltag „nur“ noch ihre Bronzemedaillen entgegennahmen. Pervizaj, 18-jähriger Youngster der DBV-Staffel, hat nach den Worten seines Trainers im Halbfinale gegen Xuanxuan Wang (China) trotz eines 0:3-Urteils „nur ganz, ganz knapp verloren. Und beim knappen 1:2 gegen den Kasachen Abdrakhmanov musste Robert seinen vorherigen schweren Kämpfen etwas Tribut zollen“, sagte Timm.

Ärgerlich war aus Schweriner Sicht in Halle nur das Abschneiden von Arayk Marutjan, was der WM-Dritte und EM-Zweite im Weltergewicht nicht einmal selbst verschuldete. „Dass er im Viertelfinale gegen den Chinesen Liu zum Verlierer erklärt wurde, war eine Riesensauerei“, wird Timm deutlich und weiß sich darin unter anderem einig mit Bundestrainer Dr. Michael Bastian. Der nahm das Urteil zum Anlass für eine Beschwerde beim Weltverband AIBA.

Dass im Finale Abass Baraou (18) aus Münster den Chinesen mit 2:0 bezwang (der dritte Punktrichter wertete Remis), wird laut dem Bundestrainer an Arayks Status als deutsche Nummer 1 nichts ändern, „zumal er Liu deutlicher im Griff hatte als Baraou“, wie Michael Timm meint. Dennoch warnt der Schweriner Coach: „Arayk ist der bessere Boxer, aber Baraou hat ein großes Kämpferherz. Den Jungen muss man im Blick behalten.“


Heute EM-Auftakt für Sarah Scheurich


Zunächst jedoch gilt Timms ungeteilte Aufmerksamkeit Sarah Scheurich. Die Mittelgewichtlerin vom BC Traktor Schwerin hatte sich für die Frauen-EM in Bukarest ein Freilos gewünscht, um bei ihren Kämpfen Michael Timm an der Seite zu haben. Die 21-Jährige wurde erhört. Timm ist seit gestern in Rumänien und Sarah meldete per SMS: „Ich boxe am Montag gegen eine Ukrainerin. Ich denke, ich habe damit ein ganz gutes Los gezogen. Wenn ich gewinne, habe ich Bronze sicher.“

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erstellt am 01.Jun.2014 | 19:03 Uhr

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