Schwerinerin ist Box-Weltmeisterin : Ornella Wahner: „Ich kann es noch gar nicht fassen“

Luftsprung vor Freude: Ornella Wahner (r.) hat im Finale gegen Sonia (l.) den Titel bei der Frauen-WM im Boxen erkämpft.
Luftsprung vor Freude: Ornella Wahner (r.) hat im Finale gegen Sonia (l.) den Titel bei der Frauen-WM im Boxen erkämpft.

Finalsieg über indische Lokalmatadorin Sonia: Schwerinerin Ornella Wahner ist erste deutsche Weltmeisterin im olympischen Frauenboxen

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26. November 2018, 09:12 Uhr

Delhi/Schwerin Nach dem Federgewichtsfinale der Frauen-WM im Boxen am Sonnabend in Neu Delhi blieb nur eine einzige Frage offen: Wo mag der Punktrichter aus Trinidad und Tobago wohl hingeschaut haben, als er Lokalmatadorin Sonia auf seinem Zettel zur Siegerin erklärte. Denn von Beginn an hatte Ornella Wahner, seit rund drei Jahren im Bundesstützpunkt Schwerin von Michael Timm trainiert, ihre sieben Zentimeter größere Gegnerin mit stetem Vorwärtsdrang in die Defensive gedrängt, diese mit ganzen Schlagserien eingedeckt und kaum zur Entfaltung kommen lassen. „Das war genau unser Plan. Wir wussten: Wir dürfen der Inderin keine Luft lassen. Ornella sollte permanent Druck ausüben“, erklärte Trainer Timm.

Zum Glück war der Punktrichter aus der Karibik der einzige, der den Verlauf des Kampfes anders sah. Die anderen vier hatten Ornella vorn, die nach der Verkündung des 4:1-Punkturteils einen Luftsprung machte, der allein nach 3 x 3 Minuten intensivsten Boxens schon aller Ehren wert war. Und vollauf berechtigt, wie auch die beiden Fach-Kommentatoren des Internet-Livestreams am Ring in der indischen Hauptstadt befanden: „Sorry, Sonia, but the German Ornella was the much better boxer today.“

Die 25-Jährige bescherte dem Deutschen Boxsport-Verband (DBV) damit sieben Jahre nach ihrem Titel bei der U19-WM das erste Frauen-Gold der WM-Geschichte – zudem gab es noch Bronze durch Nadine Apetz (Köln/69 kg) – und war einfach nur überglücklich: „Das ist Wahnsinn. Weltmeisterin – ich kann es noch nicht fassen“, sagte Ornella, die für Tabea Halle/Saale boxt, jedoch in Schwerin lebt und trainiert. Einen Fuß habe sie aber auch in Berlin, beteuerte die 1,64 m große 57-Kilo-Athletin. „Dort habe ich zehn Jahre gelebt, dort wohnen mein Vater und meine Freunde, und ich fahre oft hin.“

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