"Es ist an der Zeit" : Nach 100 Jahren: Donald Trump begnadigt schwarze Box-Legende

In Anwesenheit von Jack Johnsons Groß-Nichte Linda Haywood, Boxer Deontay Wilder, Keith Frankel, Schauspieler Sylvester Stallone und Box-Legende Lennox Lewis hat US-Präsident Donald Trump Jack Johnson begnadigt.

In Anwesenheit von Jack Johnsons Groß-Nichte Linda Haywood, Boxer Deontay Wilder, Keith Frankel, Schauspieler Sylvester Stallone und Box-Legende Lennox Lewis hat US-Präsident Donald Trump Jack Johnson begnadigt.

Der erste Box-Schwergewichts-Weltmeister, Jack Johnson, wurde seinerzeit Opfer von rassistischen Ungerechtigkeiten.

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25. Mai 2018, 12:39 Uhr

Washington | Box-Legende Muhammad Ali sagte einst: "Jack Johnson war der einflussreichste Mensch in meiner Karriere". Eine Aussage, die zeigt, welche Bedeutung der Amerikaner für den Box-Sport hatte und hat. Johnson wurde 1908 der erste Schwergewichts-Weltmeister, der kein Weißer war. Eine Sensation in der damaligen Zeit. Doch trotz seines enormen Erfolges musste er sich aufgrund seiner Hautfarbe mit rassistischen Anfeindungen auseinandersetzen.

Rehabilitation durch den US-Präsidenten

Jetzt, mehr als 100 Jahre nach dem historischen WM-Sieg, wurde der Boxer von US-Präsident Donald Trump rehabilitiert. "Jack Johnson wurde nicht fair behandelt", sagte Trump. Er sei Opfer eine Ungerechtigkeit geworden, die viele als rassistisch motiviert ansehen würden, so der US-Präsident bei der Zeremonie, an der unter anderem Hollywood-Star Sylvester Stallone und Box-Legende Lennox Lewis teilnahmen. 

Sie hatten gemeinsam mit weiteren Prominenten und Politikern seit Jahren für eine Rehabilitierung des Boxers gekämpft. "Es ist an der Zeit", sagte Trump, der Johnson als einen "wahrhaft großen Kämpfer" bezeichnete. 

Unter zweifelhaften Umständen wurde Johnson 1913 zu einer Gefängnisstrafe von einem Jahr und einem Tag verurteilt. Hintergrund war der sogenannte "Mann Act". Dahinter verbirgt sich ein Bundesgesetz der USA, das 1910 in Kraft trat. Es verbot "die Beförderung weißer Frauen über Staatsgrenzen zu unmoralischen Zwecken".

Flucht nach Europa

Johnson war zu der Zeit in einer Beziehung mit der Weißen Lucille Cameron. Er hatte ihr ein Bahnticket geschickt, damit sie ihn in einem anderen Bundesstaat kämpfen sehen kann. Obwohl die Beziehung schon bestand, bevor der "Mann Act" in Kraft trat, hatten Johnsons Gegner damit ein Mittel gefunden, ihn zu kriminalisieren. In ihren Augen war es ein Unding, dass ein Schwarzer den Titel des Schwergewichts-Weltmeisters innehatte. Durch die Verurteilung konnten sie seiner Karriere schaden.

1910 wurde Jack Johnson der erste schwarze Schwergewichts-Weltmeister.
imago/United Archives International

1910 wurde Jack Johnson der erste schwarze Schwergewichts-Weltmeister.

 

Der Boxer floh zunächst nach Europa, wo er noch gelegentlich Show-Kämpfe absolvierte. So trat er 1914 unter anderem in Hamburg auf. 1920 kehrte er zurück in die USA und trat seine Haftstrafe an. Anschließend boxte er zwar weiter, konnte aber an seine Erfolge vor der Verurteilung nicht mehr anknüpfen. Er starb 1946 im Alter von 68 Jahren bei einem Autounfall im US-Bundesstaat North Carolina. Sein Leben wurde unter anderem in dem Film "Die große weiße Hoffnung" aus dem Jahr 1970 verfilmt.

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