Schweriner Boxer bei Olympia : Mit einem Lächeln in den Ring

Daumen hoch: Artem Harutyunyan (l.) hat seine Hausaufgaben gemacht und ist, wie Trainer Michael Timm, zuversichtlich.
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Daumen hoch: Artem Harutyunyan (l.) hat seine Hausaufgaben gemacht und ist, wie Trainer Michael Timm, zuversichtlich.

Artem Harutyunyan soll Box-Bilanz retten. Morgen gegen Kanadier aus Dagestan

svz.de von
13. August 2016, 16:00 Uhr

Das Seil peitscht im Takt der Hip-Hop-Musik über den Hallenboden. Artem Harutyunyan fliegt darüber hinweg – bis der Schweiß über die Schläfen rinnt. Trainer Michael Timm huscht ein Lächeln übers Gesicht. Sein bester Boxer zeigt in Rios Trainingshalle, wie heiß er auf seinen ersten Kampf beim olympischen Turnier ist. „Artem ist einer, der konsequent nach vorne geht. Er zeigt immer, dass er gewinnen will. Und wenn es mal nicht läuft, dann kämpft er mit aller Gewalt“, sagt Timm über seinen Halbweltergewichtler: „Das ist nicht die feine Klinge, dafür aber gutes Kämpfen und Schlagen.“

Das Motto des APB-Weltmeisters in der 64-Kilo-Klasse lautet: „Immer mit einem Lächeln in den Ring.“ Dieses wird vor seinem olympischen Auftaktkampf sicher noch ein bisschen breiter ausfallen. Schließlich wird er – was er selbst noch gar nicht weiß – laut Trainer Timm heute „zu seinem 26. Geburtstag überrascht mit einem kleinen Törtchen und einer Kerze. Und ein Liedchen singen wir ihm natürlich auch noch.“

Ein Talent war Artem schon lange, doch sein Triumph im September 2015 im WM-Finale der Profi-Serie APB hat ihn endgültig in die Weltspitze katapultiert. „Er kann eine Medaille holen“, sagt DBV-Generalsekretär Michael Müller.

Eine Medaille ist das große Ziel der deutschen Sechs-Mann-Riege, die bislang in Rio wenig ausrichten konnte. Vier Kämpfe – vier Niederlagen. Es droht ein weiteres Debakel ohne Medaillen wie schon bei den Spielen 2008 in Peking und 2012 in London. Es sei denn, Fliegengewichtler Hamza Touba (Kaarst) startet heute gegen den Franzosen Elie Konki (22 Uhr, MESZ) durch, oder eben Harutyunyan startet mit seinem Kampf gegen Arthur Biyarslanow (23.45 MESZ) seine erhoffte Siegesserie.

Harutyunyan brennt vor Ehrgeiz und ist voll konzentriert vor seinem Kampf gegen den kanadischen Rechtsausleger, der eigentlich aus der russischen Teilrepublik Dagestan im Nordkaukasus stammt und der am Donnerstag seinen Auftaktkampf gegen den Jordanier Obada Alkasbeh einstimmig nach Punkten gewonnen hatte.

„Es muss von Anfang an so entschlossen der Kampf geführt werden, dass die Kampfrichter sich dann auch für den wirklichen Sieger entscheiden müssen. Eine andere Botschaft kann ich dem Jungen nicht mit in den Ring geben nach den vier bisherigen deutschen Niederlagen, von denen drei – unter anderem die von unserem Araik Marutjan – sehr umstritten waren“, will Trainer Michael Timm einer weiteren unangenehmen Überraschung für das deutsche Team rechtzeitig einen Riegel vorschieben.

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