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Bundesliga-Relegation : HSV zittert sich zum Klassenerhalt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

1:1-Unentschieden im Relegationsrückspiel bei Greuther Fürth reicht den Hanseaten zum Verbleib in der 1. Fußball-Bundesliga

Der Jubel kannte keine Grenzen: Marcell Jansen riss sich das Trikot vom Leib, sämtliche Spieler des Hamburger SV rannten ohne Umwege zum Feiern in die Fankurve. Nach dem 1:1 (1:0) vor 17 500 Zuschauern bei Greuther Fürth im Relegationsrückspiel der Fußball-Bundesliga steht fest: Die schlechteste Saison der Vereinsgeschichte bleibt ohne sportliche Folgen, der HSV hat sich doch noch zum Klassenerhalt gezittert.

„Ich bin überglücklich. Es war eine schwere Geburt, wir haben in der 2. Halbzeit völlig den Faden verloren, und Fürth hat uns dominiert“, sagte HSV-Sportchef Oliver Kreuzer und fügte hinzu: „Ein riesiges Dankeschön an unsere überragenden Fans, die in dieser Saison sehr viel mit uns leiden mussten.“

HSV-Trainer Mirko Slomka musste in Fürth erneut auf Torhüter Rene Adler (Bandscheibenvorfall) verzichten. Für den 29-Jährigen rückte wie schon im Hinspiel Jaroslav Drobny zwischen die Pfosten. Anders als beim 0:0 im Hamburger Volkspark setzte Slomka diesmal in der Innenverteidigung auf Heiko Westermann statt auf Michael Mancienne. Außerdem rückten Marcell Jansen und Tolgay Arslan für Tomas Rincon und Robert Tesche in die Startelf.

Beiden Teams war anzumerken, worum es geht. Die Hamburger bemühten sich zunächst um Spielkontrolle, ehe sie nach zehn Minuten den Weg nach vorne suchten. Hakan Calhanoglu, traf den Pfosten (14.), Jansens Nachschuss entschärfte der Ex-Hamburger im Fürther Tor, Wolfgang Hesl. Den folgenden Eckball aber köpfte Pierre-Michel Lasogga zur HSV-Führung ein (14.). Die Erleichterung auf Seiten der Hanseaten war dermaßen groß, dass sich eine Jubeltraube um Slomka an der Seitenlinie bildete.

Nach 26 Minuten dann eine Hiobsbotschaft für den HSV, als Johan Djourou nach einem Zweikampf mit Ilir Azemi verletzt ausgewechselt werden musste – Verdacht auf Gehirnerschütterung. Mancienne übernahm die Position in der Innenverteidigung. Vor der Pause hatte Lasogga noch die Chance zum 2:0, scheiterte aber an Hesl (35.). Fürth kam nur zu Halbchancen durch Daniel Brosinski (40.) und Tom Weilandt (14.).

Nach dem Wechsel setzte sich das Duell zwischen Hesl und Lasogga fort, der Fürther blieb Sieger (52.). Die Vorentscheidung war vertagt, zumal Fürth nun besser in die hektische Partie fand. Zunächst musste Drobny in höchster Not klären (57.), dann hebelte Zoltan Stieber die HSV-Defensive aus – und Stephan Fürstner traf zum Ausgleich (59.).

Der HSV wirkte geschockt. Die Partie stand auf des Messers Schneide, der Bundesliga-16. musste einige brenzlige Situationen überstehen. So klärte Drobny einen gefährlichen Distanzschuss von Stieber (62.). Trotz der Unordnung in der Defensive überstand der HSV die spannende Schlussphase aber letztlich unbeschadet. Benedikt Röcker (85.) und Niclas Füllkrug (90.) köpften aus kurzer Distanz vorbei.

Dank des Klassenerhalts kann der HSV etwas ruhiger in die Zukunft blicken. Zwar wurde die Lizenz nur unter Auflagen gewährt, doch die Schuldenlast in Höhe von 100 Millionen Euro lässt sich als Erstligist deutlich einfacher abbauen, als dies im Abstiegsfall möglich gewesen wäre. Am Sonntag steht im Volkspark nun die richtungweisende Mitgliederversammlung an. Wichtigster Tagesordnungspunkt ist die Abstimmung über die Reforminitiative „HSVPlus“, die die Profiabteilung in eine AG ausgliedern und den Club für finanzkräftige Investoren öffnen will.

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