zur Navigation springen

Boxen: Sarah Scheurich will zu Olympia : Hoffen (fast) bis zum ersten Gong

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hängepartie um Olympia-Zulassung des russischen Boxverbandes eröffnet Sarah Scheurich noch eine Chance auf einen Start in Rio

Wie groß die Chance ist, dass es für sie doch noch mit einem Start bei Olympia klappt, weiß Boxerin Sarah Scheurich vom BC Traktor Schwerin selbst nicht so genau. Dennoch trainiert die 22-Jahre alte Vize-Europameisterin, als wäre ihre Nachnominierung nur Formsache. Viereinhalb Kilo hat sie seit einer Woche „abgespeckt“, ist mit aktuell 77 Kilo im Plan für das am 14. August beginnende olympische Frauen-Turnier im Mittelgewicht, der Klasse bis 75 Kilo. Zweimal täglich quält sie sich in der Schweriner Boxhalle unter Anleitung von Andy Schiemann mit Sparringspartner Philipp Müller. Ohne zu zögern gaben der Trainer und der U17-Boxer einen Teil ihres Urlaubs dran, um Sarah bei der Erfüllung ihres olympischen Traumes nach Kräften zu unterstützen.

Bei der eventuellen Erfüllung sollte man wohl besser sagen. Denn ob Deutschlands beste Mittelgewichtlerin in Rio in den Ring steigen kann, erscheint völlig unklar. Mit dem jüngsten IOC-Urteil, den Fachverbänden die Entscheidung über die Zulassung russischer Athleten zu den Spielen in Rio anheimzustellen, steht der Start der elf qualifizierten russischen Faustkämpfer/innen aber zumindest noch einmal auf dem Prüfstand.

Der Boxsport gehört zu jenen rund 20 Sportarten, die im kürzlich veröffentlichten sogenannten McLaren-Bericht mit den russischen Dopingpraktiken in Verbindung gebracht werden. Dabei soll es um acht verschwundene Dopingproben gehen. Sollte sich eine davon Jaroslawa Jakuschina, Russlands 75-Kilo-Olympionikin, zuordnen lassen, müsste dies deren Aus für Rio bedeuten. In dem Fall wäre Sarah Scheurich als Drittplatzierte des Quali-Turniers im April in der Türkei, bei dem neben Jakuschina die Schwedin Anna Laurell Nash eines der beiden ausgelobten Olympiatickets löste, legitime Nachrückerin.

Der Weltverband AIBA ließ inzwischen wissen, dass es bei den elf infrage kommenden russischen Startern Einzelfallprüfungen geben soll. Die endgültige Liste würde dann dem IOC „zu gegebener Zeit“ vorgelegt werden. Allerdings steht AIBA-Chef Chin-Kuo Wu aus Taiwan, dekoriert mit höchsten russischen Auszeichnungen, nicht gerade in dem Verdacht, diese Prüfungen bis zur letzten Konsequenz durchziehen zu wollen.

„Wie auch immer, solange eine Chance auf Rio besteht – und würde diese auch nur ein Prozent betragen – bereiten wir uns weiter vor“, sagen Sarah Scheurich und Trainer Andy Schiemann unisono.

zur Startseite

von
erstellt am 26.Jul.2016 | 21:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen