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Double für Jürgen Brähmer : Ein Tag für die Box-Historie

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Morgen will Tyron Zeuge jüngster deutscher Champion werden und Jürgen Brähmer ein besonderes Double schaffen

Der 16. Juli soll ein Tag für die Geschichtsbücher werden. Zumindest für die des Boxsportes. Denn Samstagabend (22.50 Uhr/SAT.1) will sich Sauerland-Profi Tyron Zeuge, der alle seine 18 Profikämpfe gewann, 10 davon per K.o., in der Berliner Schmeling-Halle einen Coup landen. Zeuge will dem Italiener Giovanni de Carolis den WM-Gürtel nach Version der WBA im Supermittelgewicht entreißen und zum jüngsten deutschen Profi-Weltmeister aller Zeiten avancieren. Der Berliner würde damit den Rekord eines anderen Hauptstädters, Graciano Rocchigiani, um acht Tage toppen. „Rocky“ war bei seinem WM-Titeldebüt 24 Jahre und 73 Tage alt.

Doch damit nicht genug: Mit einem Erfolg seines Schützlings wäre zugleich der Schweriner Halbschwergewichtler Jürgen Brähmer der erste amtierende Weltmeister, der als Trainer einen Weltmeister herausbringt.

Beide strotzen vor Zuversicht. „Ich bin bereit, zwölf Runden ein hohes Tempo anzuschlagen. Der Gürtel wäre die perfekte Belohnung für eine sehr gute Vorbereitung“, sagte Zeuge. Brähmer, der gemeinsam mit dem erfahrenen Stuttgarter Coach Conny Mittermaier das Training leitete, bestätigte: „Ich habe selten ein besseres Training vor einem bedeutenden Kampf erlebt – nicht einmal, wenn ich selbst in den Ring musste.“

Glaubt man hingegen Titelverteidiger de Carolis, der im Januar Vincent Feigenbutz durch T.K.o besiegte, dann hätte sich die Zeuge-Crew den Aufwand sparen können. „Ich habe schon so viel erlebt“, sagte der Italiener. „Ich habe hart an mir gearbeitet und begriffen, was mich stark macht. Diese Stärke wird es auch sein, die den Unterschied zwischen Zeuge und mir ausmacht.“

Warten wir ab, wer am Ende recht behält. Doch so oder so ist eines schon jetzt klar: Während Zeuge jüngster Champion werden kann, muss Arthur Abraham (44 Siege, 5 Niederlagen) am Samstag unbedingt gewinnen, wenn er denn tatsächlich noch einmal Ansprüche auf einen WM-Kampf geltend machen will. Der Norweger Tim-Robin Lihaug soll deshalb auch weniger Gegner als vielmehr Steigbügelhalter auf Abrahams Weg zurück auf den Thron sein. Der 23-Jährige hat bei 15 Siegen (8 K.o.) und einer K.o.-Niederlage noch keine großen Namen geboxt.

Wohl auch deshalb wähnt sich Abraham bereits einen Schritt weiter. „Erst schlage ich Lihaug, dann hoffe ich auf meine nächste WM-Chance. Ich weiß, dass ich das Zeug dazu habe, wieder Weltmeister zu werden“, sagt der Altmeister und liebäugelt mit einem Kampf gegen Zeuge, wenn der denn Champion werden sollte.

Tickets für den Kampfabend sind übrigens noch an der Abendkasse erhältlich.

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erstellt am 14.Jul.2016 | 20:55 Uhr

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