Boxen : Der „Neue“ ist Champion

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Artem Harutyunyan hat sich seinen WM-Traum erfüllt. FOTO: Daniel Bockwoldt

64-Kilo-Boxer Artem Harutyunyan hält Wort und holt WM-Titel der APB. Pfeifer verliert Titel der Superschweren

svz.de von
22. September 2015, 22:30 Uhr

„Die Fans werden einen neuen Artem sehen“, hatte Halbweltergewichtler Artem Harutyunyan im Vorfeld des Finalkampfes der APB-WM gegen Titelverteidiger Armen Zakarjan aus Russland versprochen. Und der Hamburger, der im Bundesstützpunkt Schwerin von Michael Timm trainiert wird, hat gestern Abend in seiner Heimatstadt Wort gehalten. Nun ist er Weltmeister – wenn auch ganz, ganz knapp. Mit 114:114, 115:113, 115:113 urteilten die drei ausgelosten der fünf wertenden Punktrichter für den 25-jährigen Herausforderer.

„Ist das anstrengend, sage ich nur“, rief der neue Champion unmittelbar nach der Urteilsverkündung am Ende der zwölf Runden ins vorgehaltene Mikrofon. Dann legte er – keineswegs in neuer, sondern  in altbekannt-sportlicher Harutyunyan-Manier – sofort nach: „Ein Riesenapplaus für den Gegner! Danke, Armen!“

Tatsächlich zeichneten beide Boxer für einen Kampf verantwortlich, der die Fans begeisterte. Artem legte los, als hätte ihm niemand etwas von zwölf Runden erzählt. Vor allem in den ersten vier Runden  machte er sichtlich mehr als der Titelverteidiger. Er war flink auf den Beinen, landete immer wieder Treffer an Körper und Kopf, glänzte mit Meidbewegungen, arbeitete am Mann und langte auch beim Lösen vom Mann immer wieder nochmal hin.

Klar, dass sich das Tempo nicht gänzlich so durchziehen ließ, zumal der anfangs recht sparsam agierende Zakarjan mit zunehmender Kampfdauer deutlich aktiver wurde. „Der kann sich natürlich auch denken, wie es steht und versucht alles“, sagte Michael Timm. Der 52-Jährige, der früher 14 Profis zu Weltmeister-Ehren geführt hatte, brachte am Ende kaum ein Wort heraus: „Ich bin einfach überwältigt und die Stimme ist weg.“ Tja, der Hals war trocken, aber die Augen waren feucht…

Feuchte Augen gab es auch zum Ende des anschließenden WM-Kampfes im Superschwergewicht. Allerdings nicht aus Freude. Denn Erik Pfeifer (Lohne) verlor seinen WM-Titel an den rumänischen Herausforderer Mihai Nistor, der ihn in Runde neun auf die Bretter schickte und durch technischen K.o. gewann.

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