Boxen : Der neue Artem

Artem Harutyunyan feiert hier im Ring seine APB-Halbfinalsieg im Juli. Heute will er den WM-Thron erobern.
Artem Harutyunyan feiert hier im Ring seine APB-Halbfinalsieg im Juli. Heute will er den WM-Thron erobern.

Halbweltergewichtler Harutyunyan hat geackert wie noch nie – heute will er APB-Weltmeister werden

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22. September 2015, 12:00 Uhr

Heute Abend gegen 21 Uhr will Halbweltergewichtler Artem Harutyunyan vom Box-Bundesstützpunkt Schwerin in der Inselparkhalle in Hamburg-Wilhelmsburg den bislang größten Erfolg seiner Karriere perfekt machen. Der Schützling von Trainer Michael Timm will APB-Weltmeister Armen Zakarjan stürzen und sich selbst anstelle des Russen auf den Thron der noch neuen Profi-Serie des olympischen Boxverbandes Aiba setzen.

Wie schwer das Unterfangen wird, verdeutlicht allein die Tatsache, dass sich beide Kontrahenten in der von Mitte 2014 bis Januar 2015 laufenden APB-Premierensaison bereits zweimal gegenüberstanden. Sowohl in der Vorrunde als auch im Finale gewann Zakarjan und das jeweils einstimmig nach Punkten.

Allerdings fanden beide Kämpfe in Nowosibirsk statt, der Stadt, in der Zakarjan zu Hause ist. Heute wird in Hamburg geboxt. Da ist Harutyun-yan aufgewachsen, für den dortigen TH Eilbeck steigt er nach wie vor in den Ring, und Schwerin ist ja auch nicht weit – diesmal wird also er die Halle hinter sich haben. Genau wie im Halbfinale gegen den Algerier Abdelkader Chadi, den er am 30. Juli an gleicher Stelle einstimmig bezwang und damit sowohl zum Herausforderer des APB-Weltmeisters avancierte als auch das Olympiaticket für Rio 2016 löste.

Im Gegensatz zum Achtrunder im Halbfinale und zu den beiden ersten Kämpfen gegen Zakarjan, in denen es über sechs bzw. ebenfalls acht Runden ging, stehen heute zwölf Runden an – erstmals überhaupt für beide Kontrahenten. „Besondere Aufregung verspüre ich deswegen keine“, sagt Artem, „nur so etwas wie Vorfreude. Und auf jeden Fall bin ich sehr gespannt.“

Der Aufgeregtere des Erfolgsduos ist Trainer Michael Timm. „Immer wieder vor solchen Kämpfen“, bekennt der 52-Jährige, der einst als Trainer bei Universum ein knappes Dutzend Profis zu WM-Titeln führte. Zumindest sorgt sein Schützling dafür, dass die Aufregung mit Zuversicht gepaart ist. „Artem hat noch konzentrierter gearbeitet – und er war ohnehin schon ein Muster-Sportler. Er ist so gut drauf wie noch nie – in Sachen Physis, in Sachen Schnelligkeit, aber auch vom Boxerischen her. Er gewinnt immer noch mehr Spaß am Boxen, das merke ich in jedem Training.“

Der WM-Herausforderer selbst geht sogar noch einen Schritt weiter und verspricht: „Die Leute werden am Dienstag einen neuen Artem sehen.“

Darauf dürfen nicht nur all jene gespannt sein, die in der Halle live zuschauen können, sondern auch die Daheimgebliebenen. Auf „ran.de“ ist der Hamburger Kampfabend ab 19.40 Uhr im Livestream zu sehen. Dabei gibt es nach dem WM-Finale im 64-Kilo-Limit auch noch jenes im Superschwergewicht. Und da muss Erik Pfeifer, der bislang einzige deutsche APB-Weltmeister, seinen Titel gegen den Rumänen Mihai Nistor verteidigen. Den Auftakt aber macht ein 91-Kilo-Duell zwischen dem Kroaten Marko Calic und dem Slowenen Erik Tlkanec.

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